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Der Ürziger Winzer Karl Erbes ist tot

Nachruf : Der Herr des Würzgartens: Winzer Karl Erbes ist tot

Aus dem Leben seines Heimat- und Geburtsortes Ürzig war Karl Erbes einfach nicht wegzudenken. Im Wingert und Keller war der Winzer mindestens ebenso aktiv wie auf dem Sportplatz. Vor wenigen Tagen ist der versierte Kellermeister im Alter von 84 Jahren gestorben.

Erbes kümmerte sich nicht nur um seinen eigenen, 1967 mit bloß 0,1 Hektar in der Würzgartenstraße 25 gegründeten Betrieb, unterstützt von seinem Sohn und Nachfolger Stefan Erbes baute er jahrelang die Rieslinge des Ende der 1990er-Jahre geschlossenen Ürziger VDP-Weingutes Christoffel-Berres aus. Erbes gehörte zusammen mit Kollegen wie dem bereits 2011 verstorbenen Alfred Berres (C.H. Berres) und dem langjährigen Mönchhof-Chef Robert Eymael zu den führenden Protagonisten der Traditionslage Würzgarten.

Der Würzgarten und seine Filetlage, die Kranklei, waren Erbes ein Herzensanliegen – mehr noch als die Arbeit für seinen geliebten Sportverein, dessen Vorsitzender er lange war. Das weiß auch Sohn Stefan, der seinen Vater so charakterisiert: „Der Wein und die Arbeit waren sein Leben und Hobby.“ Bis 14 Tage vor seinem Tod habe der Senior gearbeitet: „Die Eigenheiten der Lagen herauszuarbeiten war ihm sehr wichtig.“ Ein ausgeglichener Mensch sei der Verstorbene gewesen: „Generationskonflikte gibt es ja immer.“ Im Übrigen sei der Vater nicht nur für den eigenen Betrieb und den Sportverein dagewesen – auch die Ürziger Weinfest habe Erbes Senior lange organisiert.

Erbes’ Stilistik verschaffte den Weinen einen großes Maß an Unverwechselbarkeit. Denn nichts war Erbes so egal wie der Zeitgeschmack: Egal ob Würzgarten, Kranklei oder auch Erdener Treppchen und Prälat – was der erfahrene Winzer als Eigenheit des jeweiligen Terroirs erkannt hatte, das verfolgte er unbeirrbar. „Das hat er immer auf den Nenner gebracht“, würdigt sein Sohn.

Karl Erbes baute als Küfer (Winemaker) nicht nur die eigenen Weine und die von Christoffel-Berres aus – für einige Zeit stellte er seinen Fähigkeiten in den Dienst des Mönchhofs mit seinem auffälligen Gutsgebäude an der B53, das durch eine Fernsehserie bundesweit zu Berühmtheit gelangte.