Der Ur-Rucksack

HUNSRÜCK. Zum Leben einer jeden Hunsrücker Bauersfrau gehörte früher eine so genannte Hott – was es damit auf sich hat erzählt die heutige TV-Dorfgeschichte.

Hunsrücker "Hotten" - das sind aus Haselnuss-Holz hergestellte Rücken-Tragekörbe. Früher gehörten diese zum Leben einer jeden Hunsrücker Bauersfrau (siehe Zeichnung). Für alles und jedes wurden sie gebraucht, es gab kaum etwas, was nicht mit ihnen transportiert wurde. Wenn die Bäuerin auf das Feld ging, um "Kraut zu ruppen", so trug sie das brauchbare Grünzeug für die Kuh in der Hott nach Hause. Wenn "Laurentius" nahte, konnten die ersten Kartoffeln gegraben und in der Hott heimgetragen werden. Und welch eine Freude für die Helfer auf dem Feld, wenn das Mittagessen oder der Kaffee gebracht wurden - natürlich wohlverpackt in der Hott. Ja, und wohin mit dem kleinen Kind, wenn die junge Bauersfrau aufs Feld musste? - Selbstverständlich in die Hott! Wer sich über dieses besondere Transportmittel genauer informieren will, besucht am besten das Hunsrücker Holzmuseum in Morbach-Weiperath. Seit vielen Jahren gibt es eine heimatkulturelle Zeitschrift, die vom Hunsrückverein Morbach herausgegeben wird. Diese Zeitschrift heißt: "Die Hott". Der Name ist symbolisch für die Aufgabe, die diese Zeitschrift seit nunmehr fast 25 Jahren erfüllt, und zwar, ein geistiges "Transportmittel" zu sein, angefüllt mit der Geschichte und den Geschichten des Hunsrücks. Der Autor, Michael Pinter, ist Leiter des Hunsrücker Holzmuseums. Wenn auch Sie eine Anekdote kennen, den unverständlichen Namen eines Hauses, einer Straße oder eines Flurstücks erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine ganz persönliche Geschichte zu erzählen haben, dann schreiben Sie unter dem Stichwort "Stadtgeschichten" mit Ihrem Namen, Adresse und Telefonnummer für Rückfragen an die E-Mail-Adresse hunsrueck@volksfreund.de. Wichtig für eine rasche Veröffentlichung ist, dass ihre Geschichte knapp formuliert ist und etwa 60 Druckzeilen (à 30 Anschläge) umfasst. Falls Ihnen ein historisches Foto vorliegt, ist uns dieses (hinreichende Qualität vorausgesetzt) natürlich auch willkommen. Die Lokalredaktion freut sich auf Ihre Geschichte(n).

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