1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Der Verbandsgemeinderat hat die Planung für Windräder weiter vorangebracht.

Energie : Wittlich-Land geht mit dem Wind

Der Verbandsgemeinderat hat die Planung für die weißen Riesen weiter vorangebracht. Aber der Antrag der Ortsgemeinde Hasborn, mögliche Standorte zu streichen, wurde abgelehnt.

In der Verbandsgemeinde Wittlich-Land dreht sich im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen der Region noch kein einziges Windrad. Doch das soll sich bald ändern. Noch vor der Kommunalwahl am 26. Mai will der Verbandsgemeinderat die Windkraftplanung für die VG Wittlich-Land eintüten. Möglich wäre das, weil die zuständige Landesbehörde alle vier potenziellen Standorte, an denen der Rat Windparks möglich machen will, genehmigt hat. Sie sollen im Raumordnungsplan des Landes sowie im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde als Vorrangflächen für Windkraft ausgewiesen werden (der TV berichtete). Wie bei der jüngsten Ratssitzung klar wurde, bewegen sich die Ratsmitglieder bei der langjährigen Windkraftplanung jetzt auf die Zielgerade hin. Einwände und Anträge, die die aktuelle Planung hätten gefährden können, schmetterte der Rat in der Gemeindehalle in Rivenich mit großer Mehrheit ab.

Mindestabstand Die SGD Nord  hatte dem Gremium empfohlen, zusätzlich Mindestabstände zwischen Windrädern und Ortschaften in den Plan einzeichnen zu lassen. Nach Ansicht der Behörde sei es geboten, bei Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 200 Metern den in diesem Falle einzuhaltenden Mindestabstand von 1100 Metern durch eine zeichnerische Darstellung kenntlich zu machen. Doch der Verbandsgemeinderat sieht für zusätzliche Zeichnungen keine Veranlassung. Außerdem gebe es innerhalb der Potenzialflächen ja noch gar keine konkreten Standorte von Windrädern, erklärte Günter Reis von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde. Da also keine konkreten Standorte bekannt seien, gebe es auch nichts einzuzeichnen. So sah es auch der Rat, der den Vorschlag der Behörde einstimmig ablehnte.

Hasborn Nahe Hasborn und der A 1 sind die Bedingungen für Windräder optimal. Die Brise stimmt, und auch die Entfernung zur Ortschaft ist ausreichend. Windräder werden sich dort in absehbarer Zeit trotzdem nicht drehen, erklärt Ortsbürgermeister Hajo Neumes. „Aktuell haben wir ja da eine Photovoltaik­anlage stehen, und die Pacht dafür wollen wir verlängern.“ Deshalb beantragten die Hasborner, diese Potenzialfläche für Windkraft, auf der eines Tages auch Stahlriesen stehen könnten, aus der Planung zu streichen. „Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass es dort innerhalb der nächsten 20 Jahre keine Windkraft geben wird. Deshalb sollte die Fläche aus der Planung herausgenommen werden.“

Allerdings hatte der Verbandsgemeinderat für diesen Wunsch der Hasborner wenig Verständnis. Denn die Herausnahme der Fläche „Mohrenlay“ würde ein weiteres Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan erforderlich machen, sagte Reis. Und das kommt dem Rat, der die Planung jetzt nach Jahren endlich abschließen will, wohl alles andere als gelegen. Deshalb wurde der Antrag der Hasborner abgelehnt. Mit dem aktuellen Plan gehe es jetzt in die Offenlage, sagte Bürgermeister Dennis Junk, und hoffe, dass man das noch im Mai beschlossen bekomme. „Wir haben uns jetzt schon viele Jahre mit dem Thema beschäftigt. Es würde wenig Sinn machen, wenn sich nach der Kommunalwahl ein neues Gremium, womit auch wieder andere Meinungen aufkämen, erneut mit dem Thema beschäftigen müsste. Wir wollen jetzt ein abschließendes Ergebnis.“

Damit rechnen auch die Gemeinden, auf deren Flächen die Potenzialflächen, die ausgewiesen werden sollen, liegen. Denn die haben teils schon Angebote von Windkraftunternehmen eingeholt oder hatten schon interessierte Investoren zu Gast. Für die klammen Gemeinden geht es um viel Geld, das sie dabei über Pachtverträge und Beteiligungen einnehmen können.