Der Wahrheit auf die Spur kommen

WITTLICH. (ger) "Halb Wittlich" war gekommen, um die Lesung Josefine Wittenbechers zu erleben. Die Stühle in der Stadtbücherei reichten nicht aus, um den Andrang zu fassen. Das Interesse galt dem dritten historischen Roman der Wittlicherin mit dem Titel: "Die Frauen von Stuben".

140 Menschen strömten in die Stadtbücherei, um Josefine Wittenbecher zu hören und ihren neuen Roman "Die Frauen von Stuben" zu erwerben. Die Stuhlreihen reichten nicht aus, um die Gäste unterzubringen. "Das ist immer so, wenn sie liest", erzählt Marlene Schommer von der Stadtbücherei. Schnell sind Reserve-stühle ausgepackt, und als es immer noch nicht reicht, nehmen erwachsene Menschen auf Stühlen für Vorschulkinder Platz. Es ist ein interessiertes Publikum und vor allem eines, dass sich für die historischen Romane von Josefine Wittenbecher und deren Erzählweise begeistert. Denn historisch korrektes Aufarbeiten von Ereignissen aus dem vielfältigen Leben in der Moselregion ist die Intention der Autorin. "Ich möchte der Wahrheit auf die Spur kommen", sagt Josefine Wittenbecher im Gespräch mit dem TV und: "Ich bin darauf aus, die Menschen darzustellen." Die moselländische Geschichte biete "Action" genug, da brauche nichts hinzugedichtet werden. Besonders stolz ist sie darauf, dass Historiker ihr immer wieder die korrekte Wiedergabe der Vergangenheit bescheinigen. Das ist Ergebnis ihrer zeit- und arbeitsintensiven Recherche. Diesmal wurden Briefe aus dem Landeshauptarchiv Koblenz ausgewertet. Sie erzählen von einem adligen Nonnenkloster an der Mosel zwischen Bremm und Ediger-Eller. Das Kloster Stuben beherbergte Frauen, die keineswegs ein frommes Leben führten. Im Kloster lebten Frauen, die von ihren Familien abgeschoben wurden, die überflüssig waren, zu hässlich oder zu arm zur Verheiratung. Eine junge Frau aber wehrte sich. Maria Theresia von Sohlern. Verzweifelt versuchte sie, ihre Freiheit zu gewinnen. Das schildert die Autorin. Mit einer Erstauflage von 1500 Exemplaren ist der Verkauf in der Region Koblenz-Trier gestartet. Josefine Wittenbecher freut es besonders, dass bereits Anfragen aus dem Raum Köln/Düsseldorf vorliegen. "Die Frauen von Stuben" seien ein Buch, das man in Bayern genauso gut wie an der Nordsee lesen kann, so die Autorin. Elke Scheid von der Stadtbücherei Wittlich bestätigte dies mit den einführenden Worten: "Josefine Wittenbecher erzählt fesselnd und anschaulich." Vor allem könne sie so schreiben, dass die Leser sich bereits nach wenigen Sätzen in die Protagonisten hineinversetzen können. Josefine Wittenbecher: Die Frauen von Stuben, historischer Roman, Porta Alba Verlag Trier 2006, 300 Seiten, ISBN 3-933701-24-4, Preis 9,80 Euro.

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