Der Wald verbindet Ost und West

WITTLICH. (chb) Forstfachliche Themen und die Kultur des Gastgebers stehen im Mittelpunkt des Austauschs zwischen dem Forstamt Wittlich mit Förstern aus Masuren. Beide Seiten lernen voneinander.

Der Sturm Wiebke hat vor fünfzehn Jahren in den Wäldern der Region große Schäden angerichtet. Polnische Waldarbeiter und Förster haben geholfen, den Wald wieder aufzuforsten. Dabei sind Freundschaften entstanden, die bis heute gepflegt werden. Eine Woche waren Förster aus Olsztynek (Hohenstein) in Masuren zu Gast im Forstamt Wittlich. "Es gibt auch mit anderen Regionen in Deutschland Partnerschaften, beispielsweise mit Baden- Württemberg, aber die besondere politische Situation im Osten macht die Partnerschaft zu etwas außergewöhnlichem", berichtet Franck Neygenfind, Förster im Forstrevier Wittlich. Die Forsttechnik in Deutschland beeindruckte die Polen. "In Polen wird zwar auch mit Vollerntern gearbeitet, aber diese sind technisch noch nicht so ausgereift und verursachen viele Schäden", erzählt Neygenfind. Neben Forstfachlichem fällt den polnischen Förstern immer wieder die gute Infrastruktur in Deutschland auf. Doch nicht nur der Wald, auch die Kultur stand auf der Tagesordnung des fünftägigen Besuchs. Ausflüge nach Trier und Luxemburg gehörten ebenso zum Programm wie eine Weinprobe und Grillabende. Lernen können die deutschen Förster vor allem in der Bewirtschaftung der Kiefernwälder von den polnischen. Franck Neygenfind erklärt: "auf den flachen Sandböden wachsen Kiefernwälder sehr gut, da haben die polnischen Förster sehr viel Erfahrung. Auch im Naturschutz, der konsequent durchgesetzt wird, können wir noch von Polen lernen." Gemeinsam ist beiden Ländern, dass sie in den letzten Jahren viele organisatorische Umstrukturierungen im forstlichen Bereich hinter sich haben. Zudem liegen beide Forstämter in unterschiedlichen, aber einzigartigen Landschaften. "Masuren ist eine wunderschöne Landschaft, die uns bei unserem letzten Besuch vor zehn Jahren alle fasziniert hat. Wir freuen uns auf einen Gegenbesuch in den nächsten Jahren", so Neygenfind, der schon vor fünfzehn Jahren bei der ersten Einladung nach Olsztynek dabei war.