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Der Wittlicher Albert Klein hat ein kleines Büchlein für Kinder über das Corona-Virus in Mundart übersetzt.

Das etwas andere Kinderbuch : Schoales und Krumpbaleedschi

Der Wittlicher Albert Klein hat ein kleines Büchlein für Kinder über das Corona-Virus in Mundart übersetzt. Momentan kann man es im Internet lesen, und eine kleine Auflage wurde gedruckt.

Kindern zu erklären, was das Coronavirus ist und warum wegen ihm alle momentan zu Hause bleiben müssen, ist schwierig. Ein kleines Büchlein, das der aus Trier stammende und in Köln lebende Medienkünstler Roman Jungblut mitherausgegeben hat, soll dabei helfen. Er sagt: „Kinder müssen das Virus nicht verstehen, aber sie müssen mit der Situation umgehen, dass sie nicht mehr mit anderen Kindern spielen können und die Großeltern nicht einfach so vorbeikommen.“

Mit seinem Kollegen und Studienfreund Claus Daniel Herrmann hat er ein elfseitiges Kinderbuch herausgebracht, das den Alltag von Kim während der Pandemie zeigt: Die Kita ist zu, der Spielplatz gesperrt. Und sich mit anderen Kindern treffen, das darf sie nicht. Sie spielt beim Einkaufen Irrgarten, denkt sich lustige Begrüßungen aus, wäscht sich die Hände, kocht mit Mama und denkt über das Abstandhalten nach.

Das Büchlein, das für Vorschulkinder gemacht wurde, ist inzwischen in rund 20 verschiedene Sprachen übersetzt worden, unter anderem in Englisch, Dänisch, Chinesisch, Luxemburgisch, Kölsch und Trierisch (der Volksfreund berichtete). Das ist auch Diana Gerhards, die bei der Stadtverwaltung in Wittlich arbeitet, aufgefallen. Sie dachte, dass könne man auch ins Wedlia Platt übersetzen, griff zum Telefonhörer und rief Albert Klein an, mit dem sie bereits für das Wedlia Wörterbuch zusammengearbeitet hat.

Er sagt: „Das hat uns natürlich schon gefuchst, dass die Trierer das herausgebracht haben und wir nicht. Das wollten wir schleunigst ändern.“ So hat er sich das Buch im Internet angesehen, ausgedruckt und mit der Übersetzung begonnen. Nicht Wort für Wort, sondern sinngemäß, mit viel Lokalkolorit, damit die Besonderheiten von Wittlich und Umgebung herauskommen.

Im Original kocht das Kind beispielsweise Pudding, in der Wittlicher Ausgabe „Wufia sain aal Dahääm?“ ist daraus „Schoales“ geworden. Und während des Händewaschens singt das Kind das Mundartlied „Krumpbaleedschi“, dessen Text von Josefine Wittenbecher ist und das im Dreivierteltakt als Kanon gesungen werden kann. Aus der Szene, in der das Kind im Kaufhaus Irrgarten spielt, hat Albert Klein „Verstoppches“ gemacht.

„Mir hat die Übersetzung sehr viel Spaß gemacht, weil das Buch einfache Worte wählt, eine schlichte Illustration hat und kindgerecht ist.“ Nach dem Übersetzen wurde der Text in eine Maske, die von den freischaffenden Medienkünstlern zur Verfügung gestellt wurde, eingegeben. „Das hat sehr gut funktioniert. Mittags haben wir den Wittlicher Text eingetragen, abends war er schon online“, erklärt Diana Gerhards. „Die Personen, die es schon gelesen haben, fanden es cool,“ berichtet Albert Klein. Durch Sponsoren ist es gelungen, die Wittlicher Version auch in gedruckter Form zu bekommen.

Albert Klein dazu: „Wir haben eine kleine Auflage drucken lassen, die man in der Altstadtbuchhandlung erwerben kann.“ Das Herunterladen des Buchs „Wufia sain aal Dahääm“ im Internet ist kostenlos, die Autoren bitten aber um eine Spende, die an Ärzte ohne Grenzen geht. Bisher sind so schon über 3500 Euro zusammengekommen.

·Die Internetseite zum Spenden: https://warumbleibenallezuhause.de und die Internetseite zum Buch: https://warumbleibenallezuhause.de. Die gedruckte Version gibt es ab sofort Juni in der Altstadtbuchhandlung.