Der Wittlicher Schlossplatz behält seine Treppe

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtgestaltung : Der Wittlicher Schlossplatz behält seine Treppe

Nach einer erneuten Diskussion um die Gestaltung des Bereichs in der Wittlicher Kernstadt  hat sich der Bauausschuss klar positioniert: Der bisherige Aufgang soll bleiben und saniert werden, die Pläne für den Bau eines Balkons sind damit vom Tisch.

Sie ist weder schön, noch sonderlich nützlich: die Treppe unterhalb des Wittlicher Schlossplatzes. Und zu allem Überfluss schadet sie dem angrenzenden Gebäude: Feuchtigkeit dringt durch die sanierungsbedürftige Betontreppe in das angrenzende Haus am Schlossplatz 1 (der Volksfreund berichtete). Ein Grund, das Bauwerk, das kaum von Fußgängern genutzt wird, zu sanieren oder abzureißen und den Bereich neu zu planen. Für letztere Variante hatte sich der Bauausschuss vergangenes Jahr ausgesprochen – und sich nun nach einer eingehenden Diskussion und den Vorstellungen von Planer Christoph Heckel (BGH Plan, Trier) neu entschieden. Vielleicht auch, weil der Wittlicher Heimatforscher Willi Waxweiler eine entsprechende Eingabe gemacht hat (siehe Info). 

Heckel hatte vor dem Votum des Ausschusses (zehn Stimmen für den Erhalt der Treppe, eine Enthaltung) noch einmal beide Varianten hinsichtlich Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Bedeutung für das Stadtbild  vorgestellt.

Neubau eines Balkons und Abstützung der Grünfläche: die Treppe soll bei dieser Planungsvariante abgerissen werden, ein Balkon am oberen Ende unter dem Spitzbogen soll eine gewisse Aussicht bieten. Der Hang soll durch ein Element aus Cortenstahl abgefangen werden. Kosten: rund 83 000 Euro.

Der Erhalt der Treppe inklusive Sanierung: Die Treppe geht über die Höhe von zwei Vollgeschossen und sei wegen der unterschiedlichen Höhen der Stufen nicht gut zu gehen. Zudem müsse bei der dringend notwendigen Sanierung jede Stufe in einer Sonderanfertigung gebaut werden, weil die Stufen konisch zuliefen. Zudem würde eine Sanierung, deren Kosten Heckel mit 80 325 Euro beziffert, weitere Gespräche mit dem Besitzer des angrenzenden Gebäudes wegen dessen Sanierung nach sich ziehen.

In der anschließenden Diskussion unter den Mitgliedern des Bau- und Verkehrsausschusses zeigte sich ein  klares Bild: Fast alle Wortmeldungen waren für den Erhalt und die Sanierung der Treppe. So sagte Jan Salfer (CDU), dass er „eher dazu tendiere, die Treppe zu erhalten“. Es werde so oder so kein Ort mit Aufenthaltsqualität.

Joachim Gerke (SPD) wägte Pro und Contra beider Planungsvarianten ab und kam zu dem Schluss:  „Wenn sich die Mehrheit für die Treppenanlage entscheidet, stehe ich dem nicht entgegen.“

Grafik: BGH Plan. Foto: BGH Plan

Auch Markus Blasweiler (FDP) mahnte an, dass man darauf achten müsse, dass die Treppe die Mauer nicht weiter schädige. Planer Christoph Heckel wird nun nach dem Votum des Ausschusses weitere Pläne zum Erhalt der Treppe erarbeiten.