Der Wolf kommt zurück auf die Wildenburg

Der Wolf kommt zurück auf die Wildenburg

Bereits nächstes Jahr werden im Wildfreigehege auf der Wildenburg Wölfe leben. Im Rahmen des Projektes sollen auch Ängste in der Bevölkerung abgebaut werden. Die Gehege für Luchs und Wildkatze werden erweitert.

Der Wolf kehrt zurück in den Hunsrück. Was Biologen für die freie Wildbahn für die kommenden Jahre prophezeien, wird 2015 - pünktlich zur Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald und zum 125. Jahrestag der Gründung des Hunsrückvereins - sichtbare Realität: Im Wildfreigehege am Fuße der Wildenburg wird mit Hilfe eines potenten Sponsors ein großes Wolfsschaugehege mit fünf oder sechs Jungtieren angelegt.

Auch die Anlagen für Luchs und Wildkatze werden bei der Umbaumaßnahme deutlich vergrößert und verbessert, kündigte Klaus Görg, Geschäftsführer des Hunsrückvereins, beim Naturerlebnistag auf der Wildenburg an. Mit dem Land werde derzeit verhandelt, ob die Wildenburg auch die dringend benötigte Auffangstation für verletzte Wölfe und Luchse werden soll. Anders als bei der Wildkatze, bei der das Gehege diese landesweite Aufgabe bereits erfüllt, werde es hier aber keine Auswilderung vor Ort geben, beruhigt Görg vorsorglich.

In der derzeit nicht belegten Wildkatzenauffangstation wurde ein Imagefilm des bekannten Tierfilmers Sami Fayed gezeigt, der bald auf der Homepage des Tierparks zu finden sein wird und auf das nächste Projekt hinweist: In Kürze wird ein 1,2 Hektar großes Wolfsgehege entstehen, in dem ab 2015 etwa fünf der großen Raubtiere beobachtet werden können - zum Teil mit moderner Kameratechnik. Der Wolfsexperte Lennart Weidemann aus Rheinböllen und die Tierpflegerin Luise Reis entwickeln das Wolfsprojekt auf der Wildenburg gemeinsam mit dem Hunsrückverein. Finanziert wird das Ganze von Tierfutterhersteller "Wolfsblut". Dabei werden auch die Luchs- und Wildkatzengehege vergrößert und verbessert.

Ziel des Projekts mit begleitenden Infomaßnahmen ist es unter anderem, gegen das sogenannte "Rotkäppchensyndrom" anzugehen - der tief sitzenden Ur-Angst des Menschen vor dem Wolf, erläutert Weidemann. "Auch wenn die Wölfe über kurz oder lang in den Hunsrück zurückkehren - zu sehen kriegen wird man sie so leicht nicht." sc

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