Der Wunsch der Ball-Artisten

Vor zwei Jahren fasste der Stadtrat einen Beschluss, für den sich die Fußballer öffentlich bedankten: Statt einer weitaus preisgünstigeren Hartplatzsanierung stimmte der Rat für den Bau eines Kunstrasenplatzes im Sportzentrum. Das Land hat jetzt seinen Zuschuss zugesagt. Die Stadt will das Projekt noch dieses Jahr fertigstellen.

Wittlich. "Wir stehen schon lange in den Startlöchern und wollen den Kunstrasenplatz im Sportzentrum in diesem Jahr bauen", sagt Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Dabei seien zwei Monate Bauzeit realistisch. Nach der aktuellen Nachricht aus Mainz, dass das Land die Umwandlung eines Hartplatzes mit 235 000 Euro fördere, wovon in diesem Jahr schon 100 000 Euro zur Verfügung stünden, warte die Stadtverwaltung jetzt täglich auf den Bewilligungsbescheid der ADD Trier.

"Dann soll mit der Realisierung des Projektes begonnen werden. Die Ingenieurleistungen sind schon vergeben, die Maßnahme kann sofort öffentlich ausgeschrieben werden", informiert Ulrich Jacoby auf TV-Nachfrage.

Zur Finanzierung sagt er: "Die Stadt trägt 50 Prozent der Gesamtkosten, wir rechnen mit einem Kreiszuschuss von zehn Prozent." Mittlerweile betrügen die voraussichtlichen Gesamtkosten 597 000 Euro.

Als der Stadtrat im Juni 2007 für einen Kunstrasenplatz votierte, hatte die Verwaltung noch 408 587 Euro angegeben. Die zur Debatte stehende Alternative, eine Sanierung des Hartplatzes, war mit 73 185 Euro angegeben worden. Ausschlaggebend war damals unter anderem die Argumentation, ein Kunstrasenplatz sei ein "Allwetterplatz" (500 Stunden mehr Jahresnutzung möglich), die Verletzungsgefahr sei weitaus geringer, und die Unterhaltungskosten lägen um über die Hälfte unter denen eines Hartplatzes. Allerdings wäre eine Deckensanierung nach durchschnittlich 15 Jahren für den Rasen teurer.

Dass die aktuelle Kalkulation (597 000 Euro) für den Kunstrasenplatz fast 50 Prozent über der geschätzten Ursprungssumme liegt, erklärt Ulrich Jacoby wie folgt: "Die Kostenerhöhung ergibt sich insbesondere aus der Notwendigkeit, die Dränage des Sportplatzes erneuern zu müssen. Diese Arbeiten waren in der ursprünglichen Kostenschätzung von 408 000 Euro nicht enthalten. Der neue Betrag wurde als förderfähig anerkannt." Allerdings, so Jacoby, wäre die Erneuerung der Dränage auch bei einer Hartplatzsanierung notwendig geworden.

Dass der Stadtrat sich damals für einen Kunstrasenplatz starkgemacht hatte, kommentierte daraufhin der Sportverein (SV) Wittlich, der in Zusammenarbeit mit dem SV Lüxem rund 300 Jugendliche betreut, als "einzig richtige, vernünftige und optimale Lösung". Dafür hatte der SV dem Stadtrat öffentlich "absolute Hochachtung" gezollt.