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Deutsches Rotes Kreuz baut Stützpunkte aus: Thalfang erhält neue Halle für Rettungsfahrzeug

Deutsches Rotes Kreuz baut Stützpunkte aus: Thalfang erhält neue Halle für Rettungsfahrzeug

Die Stützpunkte des Deutschen Roten Kreuzes werden derzeit für die Zukunft fit gemacht. So auch in Thalfang, wo ein neuer Anbau Platz für das Rettungsfahrzeug schaffen soll. Es ist ein Baustein eines Programms, das die medizinische Versorgung auf dem Land zukunftsfähig machen soll.

Thalfang. Bald ist wieder genug Platz im Stützpunkt des Deutschen Roten Kreuzes am Petersberger Weg in Thalfang. Das Gebäude aus den 1980er Jahren war zu klein geworden. Deshalb wurde eine Garage angebaut, in der das Rettungsfahrzeug in Zukunft Platz finden wird. Elf Hauptamtliche und sechs Ehrenamtliche und FSJler gewährleisten in dem Stützpunkt einen permanenten Bereitschaftsdienst.
Pro Jahr absolviert das Team durchschnittlich 1600 Einsätze. "Wir verzeichnen eine jährliche Steigerung von drei bis vier Prozent", erläutert Udo Horn, Leiter des Rettungsdienstes.
Grund für diese Steigerung trotz sinkender Bevölkerungszahl sei auch der demografische Wandel. Horn: "Die Leute werden eben älter. Es gibt immer mehr Altenheime und eine steigende Zahl an Notfällen." Von den 1600 Einsätzen seien 40 Prozent Notfalleinsätze und 60 Prozent normale Krankentransporte. Die Notfalleinsätze bestehen zu etwa einem Drittel aus chirurgischen Einsätzen, also Verkehrs-, Freizeit- und Arbeitsunfällen. Zwei Drittel seien sogenannte internistische Einsätze, also häufig Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, Heinz-Werner Steffen, erklärt die Hintergründe der 150 000-Euro-Investition, von der 75 Prozent der Landkreis übernehme: "Wir haben die alte Garage zu einem Umkleide- und Lagerraum umgebaut. Das Rettungsfahrzeug kommt nun in den Anbau, der auch größer ist, sodass der Wagen leichter be- und entladen werden kann. Früher haben hier nur Männer gearbeitet. Das musste jetzt auch für Damen hergerichtet werden - mit eigener Umkleidemöglichkeit und Toilettenanlage."Neue Versorgungsstrategie


Udo Horn verweist darauf, dass der Stützpunkt nun auch ISO-9001-zertifiziert sei. So habe man eine Schleuse für Infektionstransporte einbauen können. Außerdem gibt es jetzt die Möglichkeit, Arbeits- und Berufskleidung getrennt aufzubewahren. Heinz-Werner Steffen: "Der Rettungsdienst hat sich in den vergangenen Jahren enorm gewandelt. Die Autos werden größer und deshalb müssen auch die Garagen angepasst werden."
Früher habe man Menschen in Not mit einem kleineren Fahrzeug möglichst rasch ins Krankenhaus gebracht. Erst dort begann die eigentliche medizinische Versorgung. Aber heute sei das anders, denn die Versorgung beginne schon vor Ort und nicht erst im Krankenhaus, so Horn: "Der Rettungsassistent ist heute die rechte Hand des Notarztes. Die Behandlung beginnt nämlich schon im Fahrzeug. Ein Assistent und ein Sanitäter müssen heute im Fahrzeug sein, das über eine umfangreiche Ausrüstung, darunter ein EKG und ein Beatmungsgerät verfügt".

Im ländlichen Raum hat sich seit den 1990er Jahren die "Zwei-Fahrzeug-Strategie" durchgesetzt, wie Horn erklärt.
Wenn ein Notruf eintrifft, starten das Notfalleinsatzfahrzeug und der Notarzt in getrennten Fahrzeugen.
Dabei kann es durchaus sein, dass der Notarzt mit dem Hubschrauber kommt, völlig unabhängig von der Schwere des Falls, erklärt der Leiter des Rettungsdienstes. "Manche Leute denken, das sei dann ein ganz besonders schwerer Unfall, was gar nicht der Fall sein muss. Der Helikopter kommt immer dann zum Einsatz, wenn er schneller am Notfallort ist, als der bodengebundene Notarzt oder wenn der Patient in eine weiter entfernte Spezialklinik gebracht werden muss."
Das sei ein großer Vorteil in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz.
Der Vorteil sei eine höhere Flexibilität. So kann es durchaus vorkommen, dass der Notarzt den Patienten vor Ort so versorgt, dass er ohne Arzt zum Krankenhaus gefahren werden kann.
Der Arzt ist dann wieder für den nächsten Einsatz verfügbar.
Neben dem Ausbau des Thalfanger Stützpunktes werden auch weitere DRK-Niederlassungen ausgebaut.
So zum Beispiel Morbach und auch Bernkastel-Kues, wo sogar über einen Neubau diskutiert wird.Extra

Das Deutsche Rote Kreuz Eifel Mosel Hunsrück hat 250 Mitarbeiter, die in zehn Wachen arbeiten. Neun Notfall-Sanitäter werden derzeit ausgebildet. Die Stützpunkte liegen in Wittlich, Bernkastel-Kues, Daun, Gerolstein, Traben-Trarbach, Morbach, Jünkerath, Thalfang, Manderscheid und Kelberg. Der Rettungshubschrauber Christoph 10 ist in Wittlich stationiert. Die Standorte sind so aufgeteilt, dass sie die gesetzlich vorgeschriebene 15-Minuten-Regel erfüllen, nach der ein Team innerhalb einer Viertelstunde am Notfallort sein muss. hpl