Historie : Denkmal für einen Helden

Dhronecken ehrt eine Figur aus der Nibelungensage: Hagen von Tronje

Kam er nun aus Troja, Tronege oder gar aus Dhronecken? Ob die Herkunft des Nibelungenhelden Hagen von Tronje jemals geklärt wird, bleibt ungewiss. Und Peter Baltes war sich 1991, als er nach Dhronecken zog, auch sicher, dass dieses Hunsrückdorf, trotz der Ähnlichkeit des Namens, nichts mit der NIbelungensage zu tun hat. „Ich dachte damals, das sei ein Märchen. Aber wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, dann merkt man: Da ist ein wahrer Kern drin!“ Deshalb hat Baltes eine kleine, buchstäblich augenzwinkernde Gedächtnisstele für Hagen von Tronje im Ort aufgestellt. Buchstäblich zwinkernd deshalb, weil das Gesicht auf der Stele tatsächlich zwinkert. Damit will Baltes, ebenfalls mit einem Augenzwinkern, auf eine mögliche Verbundenheit mit dem Nibelungenheld aufmerksam machen.

Wer war aber nun Hagen von Tronje? Tronje ist eine Figur in der Nibelungensage. Er trägt in verschiedenen Varianten Beinamen wie „von Tronje“, „von Tronege“ oder „von Troia“. Die unterschiedlichen Schreibweisen zeigen schon die Bandbreite - Hagen könnte aus der Türkei stammen oder womöglich aus dem Hunsrück, denn Dhronecken hieß früher Troneck.
Die Gestalt des Hagen kommt in mehreren Sagen vor. Im Nibelungenlied galt er als heldenhafter Kämpfer, der eine Entehrung der Königin Brunhild rächt. In Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ versucht Hagen den Nibelungenring wiederzugewinnen. Manch ein Experte deutet die Figur des Hagen von Tronje als Symbol für den heidnischen Glauben, der gegen die Christianisierung Germaniens kämpft.