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Dichtes Gedränge vor dem Supermarkt

 Fußgänger, Lastwagen, Autos: Vor dem Edeka-Markt staut sich im Moment besonders häufig der Verkehr.
Fußgänger, Lastwagen, Autos: Vor dem Edeka-Markt staut sich im Moment besonders häufig der Verkehr. FOTO: Gerda Knorrn-Belitz
Traben-Trarbach. Problematische Engstelle: Vor dem Edeka-Markt in Traben-Trarbach geht es oft weder vor noch zurück, insbesondere, wenn der Markt von großen Lastwagen beliefert wird. Derzeit ist die Situation durch eine Baustelle auf der gegenüberliegenden Seite noch verschärft. Dabei gab es vor einigen Jahren sogar Planungen, den Markt von der anderen Seite zu beliefern. Gerda Knorrn-Belitz und Maren Meißner

Traben-Trarbach. Es ist voll vor dem Edeka-Markt in Traben-Trarbach. Der Fahrer eines großen Lastwagens mit Waren für den Markt rangiert langsam rückwärts in Richtung Laderampe, ein Baustellenfahrzeug steht gegenüber am Straßenrand. Die Straße ist blockiert, die Autos stauen sich, bis der Lastwagenfahrer kurze Zeit später richtig steht. Ein Autofahrer stellt derweil seinen Wagen auf dem Bürgersteig vor dem Geschäftshaus neben dem Edeka-Markt im absoluten Halteverbot ab. Dazwischen laufen Fußgänger, die immer wieder auf die Straße ausweichen, weil der Bürgersteig blockiert ist - und so schmal, dass nicht einmal zwei Personen nebeneinander laufen können.
Die Situation vor dem Edeka-Markt in Traben-Trarbach sorgt seit Jahren für Gesprächsstoff in der Stadt. Durch die Baustelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist sie derzeit noch angespannter. Der TV hat mit den Betroffenen gesprochen.

Der Bürgermeister: Ulrich K. Weisgerber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, kennt die Situation vor dem Edeka-Markt. "Im Moment ist sie wegen der Baustelle besonders schwierig", sagt er. Baulich sei an der Situation wenig zu ändern. Die Straße sei leider ein Nadelöhr. "Das ist ein unglückliches Zusammentreffen von vielen Faktoren". Weisgerber kann sich vorstellen, das Problem durch eine bauliche Trennung von Fußgängern und Autofahrern zu entschärfen. Vorstellbar wären für ihn Poller oder ein Geländer, damit die Autofahrer nicht mehr auf dem Gehweg parken und die Fußgänger dort besser geschützt sind.
Dabei gab es sogar einmal Ideen, die das Problem hätten lösen können: Bevor das Geschäftshaus neben dem Edeka 2006 gebaut wurde, war geplant, den Supermarkt von der anderen Seite zu beliefern. Dort hätten die Lastwagen den Markt über eine eigene Ladeschneise erreichen können. Dies hätte die Engstelle entlastet. Warum diese Variante damals nicht realisiert wurde, lässt sich heute nach Aussage Weisgerbers nicht mehr detailliert nachvollziehen.

Der Eigentümer: Klar ist: Der Architekt von Achim Lohner, Geschäftsführer der Achim Lohner GmbH, der das Gebäude damals bauen ließ, hatte zunächst eine entsprechende Planung vorgelegt, die später jedoch wieder geändert wurde. Warum, ist unklar. Der Firma Lohner gehört sowohl das Grundstück, auf dem der Edeka-Markt steht, als auch das Geschäftshaus daneben. "Ich konnte das damals nicht verstehen, dass die andere Variante nicht realisiert worden ist, aber jetzt ist die Sache gelaufen", sagt Achim Lohner und stimmt damit mit Weisgerbers Einschätzung überein. Die Situation vor dem Markt sei "eigentlich kein Zustand". Auch sein Wunsch sei es, sie zu verbessern.
Der Marktleiter: Das möchte auch Edeka-Marktleiter Manfred von Ehr. Viele Lieferanten kommen schon jetzt in den frühen Morgenstunden, "in der eher verkehrsschwachen Zeit", sagt von Ehr. Er will jetzt anregen, dass weniger Lastwagen den Markt beliefern, die an der Seite ausladen und mehr, die hinten ausladen. "Dann stehen sie schon mal nicht auf dem Bürgersteig vor dem Markt", sagt der Leiter. Für die Fußgänger sei es mitunter "gefährlich", er wünscht sich deshalb einen Zebrastreifen.

Die Polizei: Bisher ist in der Straße allerdings nichts passiert. Bei der Polizeiwache Traben-Trarbach heißt es: "Wir wüssten nicht, dass das eine Gefährdungsstelle ist". Es sei in den vergangenen Jahren kein Unfall in der Straße Am Bahnhof gemeldet worden.

Die Fußgänger: "Das ist unmöglich hier, ein Wunder, dass noch nichts passiert ist", empört sich ein Rentner, der in der Straße wohnt. Seine Frau und er fänden einen Zebrastreifen vor der Zufahrt zum Altenzentrum Ida-Becker-Haus wünschenswert, möchten ihre Namen aber nicht in der Zeitung lesen. "Mir haben Autos schon mal die Einkaufstaschen gestreift", sagt eine Hausfrau aus Traben-Trarbach. "Jetzt gehe ich immer ganz dicht an den Hauswänden entlang".