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Zurückgeblättert: Dicke Luft und Lifting

Zurückgeblättert : Dicke Luft und Lifting

BERNKASTEL-WITTLICH (ca) Diese Themen beschäftigten die Menschen im Kreis vor 20 Jahren, wie ein Blick ins TV-Archiv zeigt:

Eine Barriere fällt: Der Wittlicher Stadtrat stimmte vor 20 Jahren einem Bauvorhaben zu, dass für die Oberstadt von großer Bedeutung wurde: Einstimmig erteilten die Politiker den Auftrag zum Abriss des alten Bahndamms entlang des Kolpingweges. Die Stadt hat damit den Weg für den Vertrag zwischen KSK und Post freigemacht. Kosten: rund 250 000 D-Mark. Der damalige Bürgermeister Helmut Hagedorn sagte: „Ich bin sehr froh, dass das gelungen ist.“ Die Stadt müsse sich an der Sache beteiligen, sonst bestehe die Gefahr, dass sich die Post an den Stadtrand „verziehen“ würde, um dort ihren Schalterbetrieb beispielsweise in einem Markt einzurichten. Durch den Abriss ermöglichte die Stadt der KSK die Schaffung von Parkplätzen mit Zufahrt über die Obere Burgstraße. Dafür riss die KSK, die das komplette Postgelände kaufte, die Schalterhalle ab und überließ dieses Grundstück der Stadt. Die konnte dort eine Fußgänger-Verbindung zur Kurfürstenstraße schaffen.

Dicke Luft in Wehlen: Unruhe herrschte zum Jahresanfang 1999 im Bernkastel-Kueser Stadtteil Wehlen. Grund war das Flurbereinigungsverfahren, das für die geplante Umgehungsstraße eingeleitet wurde. Obwohl eine deutliche Mehrheit der Einwohner diese Straße seit Jahrzehnten herbeisehnte, sorgte der Landankauf durch die Landesregierung für Unmut und Unverständnis. Zwar war diese bereit, den nötigen Teil der unter Naturschutz gestellten Streuobstwiesen nördlich von Wehlen zu erwerben, bot aber einen, wie viele Grundstückseigentümer fanden, viel zu niedrigen Ankaufspreis von 2,50 Mark pro Quadratmeter. So mancher Bürger fühlte sich verschaukelt, hatte er die Flächen doch für Beträge zwischen vier und 20 Mark erworben. Zu einer Bürgerversammlung kamen mehr als 300 Bürger, die ihrem Unmut Luft machten.

Lifting für ein Schätzchen: Die kostbare Leinwand-Tapete im Salon des Mittelmosel-Museums muss dringend restauriert werden. Zu diesem Urteil kamen vor 20 Jahren drei Denkmalpfleger vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Leinwand-Tapete, die „Arkadien“, das romantisch-verklärte Paradies der Hirten und Schäfer, zeigt, war ursprünglich nicht für diesen Raum im Hause Böcking konzipiert, sondern sie wurde auf die entsprechenden Maße zugeschnitten und kam als Zweitausstattung in das Zimmer. Von diesen Leinwand-Tapeten gibt es nur noch wenige in Deutschland, überdies ist die Malerei im Mittelmosel-Museum besonders schön. Damit die Kostbarkeit auch für kommende Generationen erhalten bleibt, musste gehandelt werden.