Die alte Festung neu beleben

Die Festung Mont Royal bei Traben-Trarbach soll attraktiver werden. Das wünscht sich deren Förderverein und will dazu Geld des Leader-Programms der Europäischen Union beantragen. Aktuelle Forschungen zeigen: Die Anlage war die größte Festung, die der französische Architekt Vauban im 17. Jahrhundert gebaut hat.

Traben-Trarbach. Es scheint, als würde die Festung Mont Royal bei Traben-Trarbach im Dornröschenschlaf schlummern. Wer den Campingplatz oder den Ferienpark auf dem über 300 Meter hohen Berg nutzt, ahnt nicht, dass dort vor über 300 Jahren die größte militärische Festungsanlage des französischen Architekten Marquis de Vauban stand. Das belegen aktuelle Forschungen. Denn zu der Anlage gehört nicht nur die eigentliche Festung, auf deren wenige Überreste derzeit Hinweistafeln am Wanderweg aufmerksam machen. Offenbar war der gesamte Berg 1687 bis 1698 erschlossen worden.
Das erzählt Lutz Reichardt, Fremdenführer und Mitglied des Vereins der Freunde und Förderer der Festung, der sich 2011 gegründet hat: "Der Wissensstand war sehr gering in den vergangenen Jahrzehnten. Aber neue Ausgrabungen zeigen, dass die Anlage viel größer war, als bisher bekannt. Denn auf diesem Berg wurde eine Armee von 18 000 Mann versorgt. Es ist die einzige Moselfestung zwischen Cochem und Trier."
Außerdem, so Reichardt weiter, war auf dem Berg nicht nur die Festungsanlage, von der heute noch einige unterirdische Gänge und Schießscharten zu sehen sind, sondern auch eine kleine Stadt mit Handwerkern, Händlern und Zisternen, die die Festung versorgt hat. Auch wenn die Anlage nach zehn Jahren im Jahr 1697 außer Dienst gestellt wurde, sei sie die größte der insgesamt acht Festungsstätten, die Architekt Vauban gebaut habe. Damit war sie auch die größte Festungsanlage in Europa.
Wegen dieser Merkmale erhoffen sich die Mitglieder des Festungsvereins Fördergelder der Europäischen Union, die mit dem Leader-Programm den ländlichen Raum unterstützt. Uwe Hauth vom Förderverein ergänzt, dass zum Beispiel Erlebnisführungen, szenische Lesungen oder ein Jugendcamp denkbar wären. Der Verein will nun ein Programm entwickeln, um sich damit um Fördergeld zu bewerben. Wiebke Büllesbach von der Tourist-Info Traben-Trarbach ergänzt: "Wichtig ist es, den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu bieten." hpl

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