Die alte Halle muss noch halten

Die Thalfanger Turnhalle ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau für 3,5 Millionen soll her, doch zuerst muss das Realschulgebäude saniert werden. Die gröbsten Schäden in der Halle werden aber behoben.

Thalfang. "Schreiben Sie doch einmal etwas über die Thalfanger Schulturnhalle. Die ist seit 30 Jahre marode." Das war eines der Anliegen beim Treffen mit Vereinsvertretern, das der TV Ende Februar organisierte. Eiskalt sei es oft in der Halle, monieren Christel Stroeher, Breitensport-Abteilungsleiterin bei den Sportfreunden Thalfang, und Nicole Schiffmann, Leiterin der Thalfanger Grundschule. Außerdem sei die Decke mit einem Netz abgehangen, aus Furcht, dass sich etwas von der Konstruktion lösen und herunterfallen könnte.
Anders sieht es Sabine Becker, Rektorin der Erbeskopf-Realschule plus. "Es ist ganz okay. Ich habe schon andere Hallen erlebt", sagt sie. Für die Eltern und den Förderkreis steht eines obenan: die Generalsanierung des eigentlichen Schulgebäudes. "Ohne Schule gibt es auch keine Turnhalle", sagt Andreas Roth, Vorsitzender des Elternbeirats. Und: "Die Schüler haben keine Probleme mit der Halle."
Nachfragen und ein Termin vor Ort ergaben: Es gibt Mängel, aber gerade in den vergangenen Wochen ist offenbar einiges passiert, was auch den Nutzern der zum Schulzentrum gehörenden Halle nicht verborgen geblieben ist und sie überrascht.

Ortstermin: Der erste Blick und die ersten Empfindungen decken sich nicht mit den Klagen. Die 1971 in Betrieb genommene Halle ist ein Zweckbau wie so viele aus dieser Zeit. Mit eher kalt wirkenden Gängen und vielen Glasbausteinen. In der Halle ist es warm, obwohl wieder der Winter Einzug gehalten hat. Die Decke ist in der Tat mit einem Netz abgehangen. Sie wirkt aber nicht so, als ob sie marode wäre. "Vor Jahren habe ich selbst gesehen, dass da was runter kam", sagt Otto Kreis, Sportwart des Tischtennisclubs Talling. "Ein Herabfallen von Bauteilen ist uns nicht bekannt. Es handelt sich um ein Ballfangnetz, um den Anprall von Bällen auf die Deckenkonstruktion und Lampen zu dämpfen", sagt Udo Keuper, Fachbereichsleiter Bauen bei der VG-Verwaltung Thalfang, auf TV-Anfrage.
Junge Aktive der Sportfreunde spielen unter Anleitung von Christel Ströher Hockey. Danach kommt der Nachwuchs des Karatevereins Thalfang in die Halle - barfuß, wie es in dieser Sportart üblich ist. Die Frage, ob es kalt ist, beantworten sie mit Nein. "Heute nicht, es ist aber oft kalt gewesen", sagt Trainer Rolf Brück.
Der Heizkessel sei im Sommer 2012 erneuert worden, berichtet Udo Keuper. "Beschwerden über eine eiskalte Turnhalle sind uns nicht vorgetragen worden."
1700 Unterschriften


Es sei aber offenbar erst jetzt so, dass die Heizkörper auch richtig warm werden, heißt es von den Vereinsvertretern. Die registrieren aber auch Positives. In den vergangenen Wochen sei einiges passiert, sagen sie. Zum Beispiel seien einige Löcher in den Wänden repariert, die Gänge gestrichen und heraushängende Kabel geflickt worden.
"Vielleicht hängt das mit der Unterschriftenaktion zusammen", sagt Wolfgang Junk, Vorsitzender der Sportfreunde Thalfang. 1700 Leute aus dem Einzugsgebiet der Schule haben bisher für den Erhalt und die auf 5,5 Millionen Euro taxierte Generalsanierung der Realschule votiert.
Die Turnhalle wird wohl noch einige Jahre herhalten müssen. Erst wenn die Schule saniert sei, soll die Halle in Angriff genommen werden. Ein Neubau ist auf 3,5 Millionen Euro taxiert.
Die derzeitige Situation müsse so lange immer wieder überprüft werden. "Denn die Sicherheit muss gewährleistet sein", sagt Wolfgang Junk. In den Osterferien sind die nächsten Arbeiten geplant.Extra

Etwa 400 Kindern (auch aus dem Kreis Trier-Saarburg) von Realschule plus und Grundschule dient die Turnhalle für den Sportunterricht. Dazu kommt eine Reihe von Vereinen, die das Gebäude am Nachmittag und Abend nutzt. Alleine die Sportfreunde Thalfang haben acht Abteilungen. Nur der Tischtennisclub Talling trägt in der Halle auch Wettkämpfe aus. "Das Licht ist sehr gut", sagt Sportwart Otto Kreis. Für Wettkämpfe mit größeren Bällen fehlen die erforderlichen Maße. Die Sanierung der Realschule und ein Neubau der Halle haben auch eine politische Dimension, die über die Grenzen der Verbandsgemeinde Thalfang hinweggeht. Ursprünglich wollte der Kreis Bernkastel-Wittlich die Realschule plus in seine Trägerschaft übernehmen. Das hat er auch mit den gleichrangigen Schulen in seinem Gebiet getan. Da aber noch nicht feststeht, wo im Zuge der Kommunalreform die politische Zukunft Thalfangs liegt, hat der Kreis davon erst einmal Abstand genommen. Die Befürchtung: Der Kreis zahlt für Sanierung und Neubau mehrere Millionen Euro , und anschließend verabschiedet sich die VG in den Kreis Trier-Saarburg. Der übernimmt dann zwar die Gebäude, aber nicht die Schulden. Die VG muss das Projekt also selbst stemmen. cb

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