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Die Anbaufläche ist größer denn je

Die Anbaufläche ist größer denn je

WITTLICH. Seit 1967 lag die Geschäfts- und Kassenführung des Landesverbandes der Tabakbauvereine und die Fachberatung der Wittlicher Tabakpflanzer in der Verantwortung des früheren Landwirtschaftsdirektors Werner Praeder. Jetzt trat Praeder von diesem Amt zurück, Nachfolger ist Günter Thetard.

Bei den anstehenden Wahlen wählten die Mitglieder einstimmig Günter Thetard, Wittlich-Dorf, zum 1. Vorsitzenden und Erhard Hayer, Platten, zum stellvertretenden Vorsitzenden. Ebenfalls einstimmig wurde Carlo Bauer, Wittlich-Neuerburg, zum Beisitzer und Christoph Praeder, Wittlich, zum neuen Geschäftsführer gewählt. Zu der anschließenden Abschiedsfeier für Werner Praeder waren nicht nur sämtliche Wittlicher Tabakpflanzer, sondern auch Vertreter der anderen deutschen Tabakbauverbände gekommen, darunter der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Tabakpflanzer, Hermann Pfanger. Vorsitzender Thetard würdigte die hervorragenden Verdienste des scheidenden Geschäftsführers für den Wittlicher Tabakbau. Seinem Engagement, seiner fachlichen Qualifikation und seinem optimistischen Weitblick sei es zu verdanken, dass nach dem drohenden Aus für den Wittlicher Tabak in den 60er Jahren diese Kultur heute wieder eine Anbaufläche erreicht hat, deren Umfang größer ist als jemals in den vergangenen 100 Jahren zuvor. Bundesverbandsvorsitzende Pfanger würdigte die große Bedeutung, die der Wittlicher Tabakbau inzwischen im gesamten deutschen Tabakbau einnimmt, was im wesentlichen das Verdienst des scheidenden Geschäftsführers sei. In Würdigung dieser hervorragenden Erfolge habe der Bundesverband bereits vor einigen Jahren Werner Praeder die "Goldene Tabakpflanze" als besondere Auszeichnung überreicht. Mit einem besonderen Geschenk bedankte sich Pfanger für die langjährige gute und freundschaftliche Zusammenarbeit. In seinem Schlusswort ging der scheidende Geschäftsführer noch einmal auf die Entwicklung des Wittlicher Tabakbaus in den vergangenen 37 Jahren ein. 6.3 Hektar betrug damals die Tabakfläche, welche von 19 Pflanzern bebaut wurde und auf denen 8,1 Tonnen Tabak geerntet wurden. 0.42 Hektar war die Fläche groß, die damals jeder Pflanzer mit Tabak bepflanzte. Heute dagegen werden von jedem Pflanzer in Wittlich rund 50 Hektar Tabak angebaut. Viele Neuerungen im Anbau, bei der Technisierung, der Auftrocknung, der Marktaufbereitung, der Sortenfrage und bei der Vermarktung wurden in diesen Jahren eingeführt und bewirkten, dass der Tabakbau mit wesentlich geringerem Arbeitsaufwand produziert werden kann und wieder eine lohnende und interessante landwirtschaftliche Kulturart ist.