Die Angst vor dem Blackout und das Ende einer Ära

Vor 20 Jahren : Die Angst vor dem Blackout und das Ende einer Ära

Bernkastel-Wittlich (iro) Was macht man, wenn nichts mehr geht: kein Strom, kein Telefon, keine Computer? Die Sorge treibt vor 20 Jahren wegen des anstehenden Jahrtausendwechsels auch die Wittlicher um.

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Ende einer Ära Fast 28 Jahre hat Karl Denkel der Volkshochschule Morbach als pädagogischer Leiter vorgestanden. Das Amt legte er aus Altersgründen nieder: Bei der Verabschiedung ist der Senior 84 Jahre alt. Inzwischen ist der pensionierte Lehrer 104. In einer Feierstunde verabschiedet die Einheitsgemeinde Morbach, die Träger der Einrichtung ist, den Mann, der, so heißt es im Volksfreund, „sich in vielen Bereichen des politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens Verdienste erworben hat“. Der damalige Morbacher Bürgermeister und heutige Landrat Gregor Eibes lobt bei einer Feierstunde dessen Engagement und seine „anspruchsvollen Zielvorstellungen“. Unvergessen ist Denkels maßgebliche Rolle bei der Gründung und Pflege der Partnerschaft zwischen der Gemeinde Morbach und der französischen Gemeinde Pont sur Yonne. In Morbach feiert er jüngst noch den 50. Geburtstag der „Jumelage“ mit.

Angst vor dem Jahrtausendwechsel Noch drei Monate bis zu Silvester – vor 20 Jahren sorgt man sich wegen eines möglichen Chaos. Was passiert, wenn Computer den Schritt ins neue Jahrtausend nicht schaffen? Wenn Rechneranlagen um Punkt Mitternacht ihre Dienste einstellen, die Stromversorgung und das Telefonnetz zusammenbrechen, Heizungsanlagen sich abschalten, Aufzüge stehenbleiben….

Um dem vorzubeugen, bereitet sich in Wittlich eine Koordinierungsstelle auf den Fall vor, wenn nichts mehr geht. Geplant wird für die Silvesternacht eine zentrale Anlaufstelle im Gebäude der Stadtverwaltung. Ob es vereinzelt in der besagten Nacht Probleme gibt, ist nicht bekannt. Das große Chaos bleibt jedenfalls aus – auch in Wittlich.

Bio-Mitarbeiter zwischen Hoffen und Bangen Die Biologische Bundesanstalt für Pflanzenschutz und Weinbau soll geschlossen werden. Zwar ist der offizielle Beschluss des Bundestages noch nicht gefallen, wird aber für November erwartet. Die Mitarbeiter sorgen sich um ihre Arbeitsplätze. Das Ministerium verhandelt mit dem DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich über die Übernahme der Liegenschaft in der Brüningstraße und des nichtwissenschaftlichen Personals des Forschungsinstitutes.

Das Ganze ist längst Geschichte. Der Standort in Kues ist längst aufgegeben. Auf dem Areal sind bereits mehrere Mehrfamilienhäuser entstanden. Weitere Häuser sind dort geplant.

Aktenberge für ein Stück Straße In wenigen Wochen, genauer gesagt am 21. November, werden die Hochmoselbrücke und die B 50 neu zwischen Platten und Longkamp eröffnet. Vor 20 Jahren ist das Planfeststellungsverfahren für diesen Bauabschnitt gerade im Gange.

Die Bevölkerung hat seit dem 4. Oktober die Möglichkeit, die Unterlagen einzusehen und Einsprüche geltend zu machen. Die geplanten Kosten zwischen Platten und „Blockhaus“ bei Morbach-Gonzerath damals: 287 Millionen D-Mark (!). Diese Strecke sollte ein privater Investor finanzieren. Die Kosten sollten über eine Maut refinanziert werden. Davon ist mittlerweile allerdings längst keine Rede mehr.

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