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Die Apotheke wird zum Adventskalender

Die Apotheke wird zum Adventskalender

BERNKASTEL-KUES. Der 28. Weihnachtsmarkt ist Geschichte. Die wirtschaftliche Bilanz fällt nicht gut aus. 2006 soll aber alles besser werden.

Nach dem Markt ist vor dem Markt. Diese Devise ist für ein Großereignis wie den Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues unumgänglich. So sollen bereits Mitte März die Verträge mit den Händlern und Gastronomen vorliegen, die sich an der 29. Auflage des Weihnachtsmarktes beteiligen. Derzeit ziehen die Organisatoren Bilanz. Der Rückblick mündet in die Umsetzungsphase. Die auffälligste Veränderung für 2006: Das markante Gebäude der Apostel-Apotheke am Marktplatz wird zu einem großen Adventskalender. Die Zahl der Fenster reicht für 24 Türchen aus. Auch auf dem Karlsbader Platz wird es eine signifikante Veränderung geben. Die Häuschen werden im Halbkreis aufgestellt. 2005 standen sie in gerader Linie in Zweierreihe (Rückseite an Rückseite). Dies gefiel den Händlern nicht (der TV berichtete). Auch der Marktplatz, mittelalterliches Aushängeschild der Stadt, soll anders gestaltet werden. Wolfgang Pastor, der Vorsitzende des Werbekreises, und sein Vorstandskollege Frank Hoffmann können sich eine Passage auf beiden Seiten der Straße vorstellen. Über eine Neugestaltung soll bald mit den Anliegern gesprochen werden, beziehungsweise sollen diese die Diskussion miteinander führen. Zurückgefahren werden die musikalischen Veranstaltungen an den Wochentagen. 2005 gab es davon einige auf dem Karlsbader Platz. "Die Musik beeinträchtigt das Geschäft", stellt Wolfgang Pastor fest. Der "Versuchsballon", mit Unterhaltung auch junges Publikum zu gewinnen, habe nicht gezogen. Weihnachtliche Musik wird aber weiter erklingen. Die wirtschaftliche Bilanz fiel, wie andernorts auch, nicht gut aus. "Die Wochenenden sind Selbstläufer, aber während der Woche war weniger Betrieb", sagt Pastor. In Bernkastel-Kues liege dies aber nicht nur an der Konsumflaute, glauben die Organisatoren. Es sei einfach zu wenig Werbung außerhalb der Region betrieben worden, sagt Frank Hoffmann. Der Werbekreis habe sich zu stark auf die Touristiker verlassen. Allein sei diese Aufgabe nicht zu stemmen. Schließlich hätten die Organisatoren alle noch einen Beruf. 2006 soll alles besser werden. Deshalb fordert Pastor, dass bis Mitte des Jahres die Kompetenzen zwischen Mosel-Gäste-Zentrum und der abgespeckten Kultur & Kur GmbH abgesteckt sein müssen. Potenzial gebe es beim hochwertigen Bustourismus. Dafür müsse aber bis Mitte März das Programm stehen. Großes Potenzial bestehe auch bei den amerikanischen Soldaten und ihren Familien, die auf dem Flugplatz Spangdahlem stationiert sind. Pastor und Hoffmann hoffen auch darauf, dass sich die Hotels an der Werbung beteiligen. An den Wochenenden seien die Belegungszahlen sehr gut, während der Woche gebe es noch Kapazitäten. Nicht froh ist Hoffmann über die steigende Zahl der Weihnachtsmärkte. Er hat besonders den Markt im Kloster Machern im Visier, der an vier Wochenenden lief. "Es ist nicht gut, dass es zwei Märkte in der Stadt gibt." Kloster Machern solle sich auf seine "gastronomische Grundkompetenz" beschränken, sagt er. Welche Dimension der Weihnachtsmarkt hat, wird an Zahlen deutlich. 2005 investierte der Werbekreis 75 000 Euro, die er durch Standmiete, Spenden und den Verkauf von Glühwein an zwei Ständen wieder hereinbrachte. Dass der Weihnachtsmarkt attraktiv ist, zeigen weitere Zahlen. Zwar haben zwei Standbetreiber definitiv für 2006 abgesagt, doch im Gegenzug kommen vier Neue. Wolfgang Pastor will außerdem weiteren Werbekreis-Mitgliedern die Teilnahme schmackhaft machen.