Die Bühne wird erweitert

BERNKASTEL-KUES. Das drohende Ende der Mosel Festwochen dürfte abgewendet sein. Wenn die umliegenden Kreise und die Stadt Trier die neue Struktur absegnen, wird auch in Zukunft viel Kultur geboten.

Der Stadtrat Bernkastel-Kues hat das erste Richtung weisende Zeichen für den Fortbestand der Mosel Festwochen gesetzt. Das Gremium stimmte der Ausgliederung der Mosel Festwochen und der Gründung einer Mosel Festwochen GmbH zu (TV vom 16./17. April). Es setzte damit ein Signal für die anderen Kommunen, die an der Neustrukturierung des Festival beteiligt sein sollen. Wie mehrfach berichtet, wollen die bisherigen Träger, Stadt und Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, das finanzielle Risiko nicht mehr alleine tragen. Die VG hat deshalb in Absprache mit der Stadt den Gesellschaftsvertrag der Kultur & Kur GmbH zum 31. Dezember 2006 gekündigt. Die Kultur & Kur GmbH ist derzeit unter anderem für die Organisation der Mosel Festwochen zuständig. Die beiden Kommunen zahlen zusammen 50 000 Euro pro Jahr. Dazu kommen bisher bis zu 75 000 Euro, mit denen Defizite aufgefangen werden. Diese Praxis soll ein Ende haben. Stadt und Verbandsgemeinde werden zusammen nur noch 35 000 Euro bereit stellen. Die "Nachschusspflicht" entfällt. Der neu zu gründenden GmbH sollen außerdem die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg, Cochem Zell sowie die Stadt Trier angehören. Die intensiven Gespräche, die zu diesem Zusammenschluss führen sollen, standen unter der Leitung von Josef Peter Mertes, dem Präsidenten der Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion Trier. "Die Mosel Festwochen stehen auf stabileren Füßen, wenn sie von den Landkreisen, der Stadt Trier und uns geschultert werden", sagte Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Der bisherige Intendant, Hermann Lewen, soll auch in Zukunft am Ruder stehen. Da er Angestellter der Stadt ist, wird er quasi ausgeliehen. 50 Prozent seiner Arbeitskraft soll er den Mosel Festwochen widmen, die übrige Zeit für die Kultur in der Stadt Bernkastel-Kues investieren. Für die Organisation der Mosel Festwochen sollen in Zukunft drei Personen, inklusive Lewen, zuständig sein. Ihren Sitz soll die GmbH in Bernkastel-Kues haben. "Ein anderer Standort war in den Gesprächen nie Thema", zerstreute Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, aufkommende Ängste unter einigen Ratsmitgliedern. "Wir stellen das Personal, die Infrastruktur und die Hardware. Es macht auch keinen Sinn, dass Hermann Lewen hin- und herfährt", fügte der Stadtbürgermeister an. Von Gerhard Lenssen (SPD) kam die einzige Gegenstimme für die Neustruktur. Er befürchtet, dass das Kulturangebot in der Stadt geringer wird. Dass Gegenteil sei der Fall, erwiderte Frank Hoffmann (CDU). "Es werden Mittel frei gesetzt, um das kulturelle Angebot auszubauen", sagte er. Einig ist sich der Rat, die neue GmbH möglichst schnell ins Leben zu rufen, um Geld zu sparen.

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