Die Dickste kam als Letzte
Der "Knollenball" bleibt der Renner in Deuselbach. Der Wettbewerb, wer die dickste Kartoffel vorzuweisen hat, lockt Jahr für Jahr mindestens 150 Menschen ins Haus des Gastes. Das zweitägige Fest endet stets mit einem "Gefellde-Schmaus".
Deuselbach. (doth) Lange sah es beim 33. Knollenball aus, als würden die diesjährigen Wettbewerbskartoffeln nicht die Pracht der letzten Jahre aufweisen können. Doch dann kam Petra Adams aus Beuren kurz vor Abgabeschluss und legte Hermann Klein ein richtiges Prachtexemplar auf die Waage. Der Vorsitzende des Schwimmvereins "Wasserfreunde", der dieses etwas andere "Erntedankfest" mit seinem Vorstand organisiert, staunte nicht schlecht: 1452 Gramm.
Auf den Rängen zeigte sich indes wirklich eine Gewichtslücke. Die zweitdickste Knolle, mitgebracht von Inge Adams, hatte "nur" 1181 Gramm, die Drittplatzierte von Christian Philippi gerade mal 954 Gramm. Auffallend ist jedoch: Alle drei Monstererdäpfel wurden in Beurener Erde gefunden, dort, wo noch viele Kartoffeln angepflanzt werden. Da konnten die Deuselbacher höchstens mit ein paar originell gewachsenen Exemplaren punkten, die stark an weibliche Rundungen erinnerten und deshalb auch mit entsprechenden "Attributen" ausgestattet wurden.
49 Knollen gingen ins Rennen. "Irgendwie ist 2009 kein gutes Kartoffeljahr, jedenfalls, was das Gewicht anbetrifft", bedauerte Klein. Sein Stellvertreter, Reinhard Manz, fügte hinzu: "Diesmal sind es halt mehr und nicht so dicke Kartoffeln". Wer eine originell geschmückte oder eine Kartoffel von besonderem Wuchs mitbrachte, wurde dafür auch mit einem Preis belohnt. Drei Geld- und fast 40 Sachpreise wurden am späten Abend vergeben.
Einen Tipp, wie man zu so einer dicken Knolle kommt, konnte Siegerin Petra Adams auch nicht geben: "Alles nur Zufall und Glück."
Am zweiten Tag ging es den Erdfrüchten an den Kragen. Für 400 Portionen "Gefellde Klees" wurden bereits um 6 Uhr morgens viereinhalb Zentner Kartoffeln "gerappt". Diese Spezialität ging weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.