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Die „Eisernen Weinkarten“ zeigen den Weg

TV-Serie : Die Eisernen Weinkarten zeigen den Weg

Bei der aktuellen Landmarke geht es um einen Wanderknotenpunkt, von dem aus man nach Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Zeltingen-Rachtig, Graach und Longkamp wandern kann. Bald gibt es ihn zweimal.

Momentan hat sie ihren Platz geschützt auf Gemeindegelände: die Eiserne Weinkarte. Etwas Rost hat sie angesetzt, und ihre bunten Farben sind ausgeblichen. Aber der Wegweiser, der nach Traben-Trarbach, Bernkastel-Kues, Longkamp, Graach und Zeltingen zeigt, soll wiederaufgearbeitet werden  und an seinen alten Platz kommen. Der ist an einem Knotenpunkt über dem Flusstal der Mosel. Gerhard Zimmer, Ortsbürgermeister von Graach, der selbst Schlosser gelernt hat, erklärt: „Das ist handwerklich sehr schön gemacht. Die Schilder sind noch genietet und die Buchstaben ausgestanzt.“

2013 musste das Schild mit den verschnörkelten Buchstaben weichen, wegen des Baus der B 50 neu. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat dann eine neue Eiserne Weinkarte machen lassen. Während die alte, wie ein klassischer Wegweiser aussieht – mit einem Stab in der Mitte und einzelnen Pfeilschildern mit den Ortsnamen – ist die neue Weinkarte eine Tafel aus Cortenstahl, auf der alle Weinbauorte entlang der Moselschleife zwischen Lieser und Traben-Trarbach eingestanzt sind. Dazu sind einige Weinlagen markiert, wie der Ürziger Würzgarten, das Graacher Himmelreich oder das Kröver Paradies. Wer genau hinschaut kann eine Besonderheit entdecken. Beim Zeltinger Himmelreich ist ein Buchstabendreher drin, ein „e“ ist vertauscht, so dass es Zeltinger Himmlereich auf der neuen Weinkarte heißt. Da beide Weinkarten sehr gut aussehen und verschiedene Infos haben, sollen sie, wenn die B50 neu fertig ist, beide am Knotenpunkt stehen.

Zur Eisernen Weinkarte gehören ein Rastplatz und ein Parkplatz. Letzterer konnte bestehen bleiben. Der Rastplatz wurde vom LBM neu angelegt, mit Walnussbäumen, einer Linde sowie Holztischen und -bänken. Nach einer Stärkung kann man sich aussuchen, zu welchem der Orte man wandern will, um dort vielleicht ein Glas Wein zu trinken. Weit sind die Wege nicht. Laut der alten Eisernen Weinkarte sind es nach Graach 2,5 Kilometer, nach Zeltingen-Rachtig 5,4 Kilometer, nach Bernkastel-Kues 2,5 Kilometer, nach Longkamp 5 Kilometer und nach Traben-Trarbach 2,5 Kilometer.

Woher der Name „Eiserne Weinkarte“  kommt, weiß Gerhard Zimmer. Er erklärt: „Das ist ganz einfach, in allen Orten, die angezeigt werden, wird guter Wein angebaut, außer in Longkamp. Dort kann man ihn dann trinken“, meint er lachend.

Früher hat an jedem Samstag ein ehemaliger Winzer bei der Eisernen Weinkarte mit seinem Auto gestanden. Gerhard Zimmer weiß: „Er hatte dann immer verschiedene Sorten  im Kofferraum. Und wenn Wanderer oder Spaziergänger kamen, hat er sie angesprochen, ob sie nicht  ein Gläschen probieren wollen. Da haben die meisten nicht nein gesagt. Dazu hat er dann Geschichten und Anekdoten über den Wein erzählt.“ 

Die ursprüngliche Eiserne Weinkarte, die aufgearbeitet wird und nach Fertigstellung der B50neu wieder an ihren Platz kommt, wo jetzt schon die modernere Weinkarte des LBMs steht. Foto: Christina Bents
Gerhard Zimmer, Ortsbürgermeister von Graach, an der Eisernen Weinkarte, die der LBM aufgestellt hat. Im Hintergrund sieht man die Böschung, hinter der die B 50 neu verläuft. Foto: Christina Bents

Am Knotenpunkt Eiserne Weinkarte führen auch verschiedene Wanderwege vorbei: die Mosel-Erlebnis- Route, der Jakobsweg und der Moselhöhenweg.