Die Falter fliegen

Im neuen Rebschutzdienst weist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel auf die extrem hohe Peronospora-Gefahr hin. Die Winzer sollen dringend Flugzahlen der Falter melden.

Bernkastel-Wittlich. (red) ´Das schwülwarme Wetter hat dazu geführt, dass Peronospora überall verstärkt in Erscheinung getreten ist. Der starke Neuzuwachs und der zurzeit sehr hohe Infektionsdruck erfordere eine Verkürzung der Spritzabstände. Sollte die letzte Pflanzenschutz maßnahme mehr als zehn bis zwölf Tage zurückliegen, sei unbedingt eine Applikation erforderlich. Vom Hubschrauber beflogene Weinberge sollten unverzüglich auf Krankheitssymptome kontrolliert werden. Bei vorhandenem Befall wird dringend eine Zwischenspritzung von Hand empfohlen. Das vorhergesagte Wetter für die nächsten Tage mit hohen Temperaturen und einem erhöhten Gewitterrisiko biete weiterhin ideale Infektionsbedingungen. Peronospora: In fast allen Reblagen sind Infektionen zu finden. Die hohen Temperaturen in Verbindung mit langer morgendlicher Blattnässe ermöglichen ideale Infektions- und Sporulationsbedingungen. Deshalb werden nochmals tiefenwirksame Mittel empfohlen, wie z. B. Aktuan (2,0 kg/ha), Equation Pro (0,64 kg/ha), Forum Star (1,92 kg/ha), Galactico (2,4 kg/ha), Melody Combi (2,4 kg/ha) oder Vincare (2,0 kg/ha) sowie die Kombinationsprodukte Cabrio Top (3,2 kg/ha) und Universalis (3,2 l/ha). Schwarzfäule: Schwarzfäule-Neuinfektionen wurden in problematischen Lagen vermehrt festgestellt. Daher ist es wichtig, weiterhin ein Mittel mit Zusatzwirkung gegen Schwarzfäule ein zusetzen. Oidium: Erste Oidiumsymptome sind vereinzelt im Anbaugebiet aufgetreten. Angesichts des sehr kritischen Entwicklungsstadiums sind für anstehende Behandlungen weiterhin organische Oidiumfungizide der neueren Generation mit Tiefenwirkung sinnvoll. Geeignet sind beispielsweise Collis (0,64 l/ha), Discus (0,24 kg/ha), Flint (0,24 kg/ha), Talendo (0,375 kg/ha), Vento Power (1,6 l/ha), Vivando (0,32 l/ha) oder die Kombinationsprodukte Cabrio Top (3,2 kg/ha) o der Universalis (3,2 l/ha). Mit Prosper (0,8 l/ha) können Infektionen gestoppt werden. Traubenwickler: Der Mottenflug der Sauerwurmgeneration hat inzwischen eingesetzt. Die Fallen sind wieder regelmäßig zu kontrollieren und die Fangzahlen bitte zeitnah zu melden. Ob wohl die Fangzahlen von Heuwurmmotten relativ niedrig waren, rechnet das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel aufgrund der doch vermehrt gefundenen Befallstellen mit einem erhöhten Sauerwurmaufkommen. Schwarzholzkrankheit: Keine Brennnesselbekämpfung mehr durchführen! Die Winden Glasflügelzikade überträgt die bakteriellen Erreger der Schwarzholzkrankheit von der Großen Brennnessel auf die Reben. Während der Flugphase bis etwa Ende Juli sollte auf jeden Fall ein Abmähen oder Abmulchen der Böschungen und Wegränder mit Brennnesseln unterbleiben. Während dieses Zeitraumes sollte auch eine Bekämpfung der Brennnesseln innerhalb der Rebfläche vermieden werden. Tafeltrauben sollen nicht mit folpethaltigen Mitteln behandelt werden. Neuerungen in der Zulassung: Funguran erhielt eine eingeschränkte Zulassung bis zum 30. Juni 2012 Wirkstoff Kupferoxychlorid, gegen Peronospora mit max. vier Anwendungen, Basisaufwandmenge 1,0 kg/ha, Wartezeit 35 Tage. Insgesamt dürfen nicht mehr als 6,7 kg Funguran auf der gleichen Fläche pro ha und Jahr angewendet werden. Die maximal Aufwandmenge von 3000 Gramm Reinkupfer pro Hektar und Jahr auf derselben Fläche darf - auch in Kombination mit anderen Kupfer enthaltenen Pflanzenschutzmitteln - nicht überschritten werden. Das Mittel Vincare (17,5 g/kg Benthiavalicarbisopropyl + 500 g/kg Folpet) ist inzwischen zugelassen und kann als tiefenwirksames Mittel gegen Rebenperonospora eingesetzt werden. Es wird in die gleiche Resistenzgruppe wie Forum, Forum Star und Melody Combi eingestuft. Anwendung auf Weinreben zur Nutzung als Keltertraube, nicht für Tafeltrauben! Formulierung: Wasserdispergierbares Granulat (WG) Basisaufwandmenge: 0,5 kg/ha ES 61 (Beginn der Blüte): 1,0 kg/ha ES 71 (Fruchtansatz): 1,5 kg/ha ES 75 (Beeren erbsengroß): 2,0 kg/ha Wartezeit: 35 Tage Bienenauflage: B4 (nicht bienengefährlich) Raubmilben: NN 234 ''schwachschädigend für Raubmilben`` Anwendungsbestimmungen: NW 607 (90% 20m), NT108, NW468, NG405, NW706 Applikationstechnik: Der oben genannte Mittelaufwand bezieht sich auf die Basisaufwand Menge x Faktor 4,0 und stellt die tatsächlich auszubringende Mittelmenge pro Hektar dar.

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