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Die Feuerwehr lässt Rivenich nicht im Stich

Die Feuerwehr lässt Rivenich nicht im Stich

Rivenich kann weiter auf die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr zählen: Nach dem Ärger über eine Anfrage der Freien Wähler wollten sich die Wehrleute erst von Veranstaltungen im Ort zurückziehen. Jetzt haben sie entschieden, auch künftig im Dienst der Dorfgemeinschaft zu stehen.

Rivenich. Die Freiwillige Feuerwehr macht überall in den Städten und Dörfern der Region mehr als nur ihren eigentlichen Job - auch in Rivenich. Sie rückt nicht nur bei Bränden und Unfällen an, sondern engagiert sich auch bei Festlichkeiten im Ort. Doch genau diese Einsätze im Dienst des Gemeindelebens standen in Rivenich in den vergangenen Wochen auf dem Spiel. Jetzt kommt die Entwarnung von Feuerwehrmann Matthias Press: "Wir werden uns von den Aktivitäten im Dorf nicht zurückziehen."
Grund für den Ärger in Rivenich war eine Anfrage der Fraktion der Freien Wählergruppe im Gemeinderat (der TV berichtete). Die FWG wollte wissen, wie es eigentlich um die Freiwillige Feuerwehr in Rivenich bestellt ist, verlangte nach Mitglieder- und Einsatzzahlen.
Kontroverse Diskussion


Anlass für die Anfrage waren einige Einsätze der Wehr in der jüngsten Vergangenheit: Die FWG hatte den Eindruck, dass zuletzt immer weniger Mitglieder der Rivenicher Wehr im Einsatz waren. Der Vorstoß der FWG sorgte unter den Wehrleuten für Unmut. Auch deswegen, weil laut Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land die Wehr in Rivenich mit ihren 34 Mitgliedern inklusive der Jugendfeuerwehr eine durchaus "durchschnittliche Größe" habe. Da aber viele außerhalb der Gemeinde arbeiteten, würden im Ernstfall auch immer die Nachbarwehren alarmiert. Die Wehrleute waren erbost, die FWG konnte die Aufregung dagegen nicht verstehen. Dennoch: Die Drohung der Wehr, sich aus dem Dorfleben zurückzuziehen, stand einige Wochen im Raum.
Nun aber gibt es Entwarnung. Zwar war Wehrführer Lothar Follmann in den vergangenen Tagen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch nach Auskunft von Feuerwehrmann Press haben sich die Mitglieder der Rivenicher Wehr inzwischen zusammengesetzt und beraten. Durchaus kontrovers, wie Press einräumt, ohne weitere Details zu verraten. Am Ende habe man sich darauf verständigt, weiterhin aktiv am Dorfleben teilzunehmen und den Ort zu unterstützen. Eine Entscheidung, die Ortsbürgermeister Günter Thul begrüßt: "Das ist im Interesse der Gemeinde", sagt er, "hätte die Feuerwehr ihre Ankündigung wahrgemacht, wäre das schlecht für das Dorfleben gewesen."Meinung

Auch mal Danke sagen
Es ist ein Ehrenamt, das einem viel abverlangt: Feuerwehrfrauen und -männer setzen ihr Leben aufs Spiel, sie sind rund um die Uhr einsatzbereit, stellen ihre Freizeit in den Dienst anderer. Auch innerhalb des Dorflebens erfüllt die Wehr wichtige Aufgaben. Dabei wird es für die Ehrenamtler heute immer schwieriger: Die Belastung steigt, auch weil der Arbeitgeber sie nicht immer freistellen will und weil ihre Zahl sowieso abnimmt - Stichwort demografischer Wandel. Da verletzt eine Anfrage wie die der FWG - auch wenn sie vielleicht gar nicht so gemeint war. Umso bemerkenswerter die Entscheidung der Feuerwehr, den Ärger beiseite zu schieben und weiterhin für die Dorfgemeinschaft da zu sein. Sie weiß, dass Rivenich auf ihre Hilfe angewiesen ist. Da sollte man auch mal Danke sagen. mosel@volksfreund.de