Die Finanzen bleiben das Problem in Schönberg

Ortschef kritisiert Land : Die Finanzen bleiben das Schönberger Problem

Ortsbürgermeister Harald Prümm beklagt in einer TV-Umfrage die klamme Kasse von Schönberg trotz Windkraft. Zu viele Mittel sind nur durchlaufende Posten.

Die Kommunalreform und die Finanzen sind die beiden Probleme, die für den Schönberger Ortsbürgermeister Harald Prümm an dringendsten zu lösen sind. „Unser Ort kann seit Mitte 2017 von Pachteinnahmen einer Windenergieanlage profitieren, für die wir eine Fläche zur Verfügung gestellt haben“, erklärt er, aber: „Das reicht gerade, um die notwendigsten Erhaltungsmaßnahmen im Dorf durchzuführen.“

Eine Konsolidierung der Finanzen sei damit nicht möglich. Seine Kritik: „Das Land unterstützt die Kommunen zwar, doch vermag ich nicht zu erkennen, wo diese Gelder denn überhaupt hinfließen.“ Sind alle Umlagen für Kreis, Verbandsgemeinde, Schulen und Kindergarten überwiesen, bleibe der Ortsgemeinde weniger als zehn Prozent ihrer Einnahmen.

Von diesem Rest müssen Straßensanierungen, Baumpflege, Kanalsanierungen oder wie zuletzt die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED bezahlt werden. Schlüsselzuweisungen wirken für Prümm eher wie die Bezeugung des guten Willens als eine echte Unterstützung. Und wenn Projekte in der Regel von eigenen Investitionen abhängig sind, für die kein Geld vorhanden ist, beißt sich die Katze in den Schwanz.

Angesprochen auf die Kommunalreform sagt Prümm: „Die nimmt ohnehin niemand mehr ernst.“ Da würden ständig irgendwelche Phrasen in den Raum gestellt, doch eine Entscheidung führe niemand herbei. Diese Situation lähme die Arbeit der Kommunen sogar. Der Schönberger Ortschef befürchtet sogar, dass sich bei der Kommunalwahl im Mai nicht genügend Kandidaten finden werden.

Finanzielle Erleichterung könnte der Verkauf von Bauplätzen bringen, der aber etwas schleppend läuft. Die Einsparungen beim Straßenlicht greifen auch erst, wenn sich diese Investition amortisiert hat.

Schlimm ist für Prümm, dass die Gesetzeslage immer komplizierter wird, was insbesondere Ehrenamtlern ihre Aufgaben erschwert. „Die Landesregierung plant vom Grünen Tisch aus, ohne die Bereitschaft auf die Situation der Kommunen im Einzelnen einzugehen“, beklagt er.

Hinzu kommt in Schönberg das Problem der Pfarrgemeinde mit den Plänen des Bistums, Großpfarreien umzusetzen. „Ortsgemeinde und Pfarrgemeinde sind in unserer 238-Einwohner-Gemeinde eng verknüpft“, stellt Prümm fest. Für beide werde das eine spannende Entwicklung.

Dennoch lässt man sich im Schönberger Gemeindeleben nicht unterkriegen und freut sich ganz besonders auf die Kirmes vom 14. bis 17. Juni, die mit einem großen Traktorentreffen wieder ein wichtiges Ereignis für die ganze Region darstellen wird.

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