Die fleißigen Kinheimer

KINHEIM. Das meiste ist geschafft: Der Um- und Erweiterungsbau der Turnhalle Kinheim ist fast fertig, am Weiberdonnerstag soll die erste große Veranstaltung dort stattfinden. Rund 600 000 Euro kostet die Maßnahme, über 50 000 Euro bringen die Kinheimer in Eigenleistung ein.

Kinheims Ortsbürgermeister Günter Jakoby holt einen Zettel hervor und verkündet mit Stolz: "1182 Arbeitsstunden wurden bisher von den freiwilligen Helfern kostenlos geleistet. Ich habe alles genau notiert." Wir treffen ihn und ein halbes Dutzend Helfer dieser Tage in der Turnhalle in Kinheim. Die Männer sind in Kinheimer Vereinen aktiv, im Turn- und Sportverein, im Musikverein, in der Freiwilligen Feuerwehr oder im Karnevalsverein. Sie alle nutzen die Halle und packen daher auch gerne mit an. "Es waren immer genug Leute da"

Noch kann man sich kaum vorstellen, dass in sechs Wochen hier der örtliche Karnevalsverein, die "Kinheimer Wooschtpänz", die Möhnen- und zwei Tage später die große Kappensitzung veranstalten. Es wird noch gestrichen und verputzt, gehämmert und geschraubt. Vor einem Jahr haben die Arbeiten an der Turnhalle, die vor genau 50 Jahren gebaut wurde, begonnen. Der Umbau und die Komplettsanierung der vielseitig genutzten Halle waren dringend erforderlich. Es gab sogar Überlegungen, in Kinheim-Kindel neben dem Sportplatz eine ganz neue Halle zu errichten. Als vor über einem Jahr Gemeinde- und Verbandsgemeinde grünes Licht für das Projekt gaben, war klar, dass es aus Kostengründen ohne freiwillige Leistungen nicht gehen würde. Die Finanzierung sieht Zuschüsse von 211 000 Euro aus dem Investitionsstock des Landes, 53 000 Euro vom Kreis und 224 000 Euro Gemeindeanteil vor. Die Verbandsgemeinde beteiligt sich an den Gemeindekosten mit einem Tilgungszuschuss von 30 000 Euro. Fehlt noch ein dicker Batzen von über 50 000 Euro. Dieser ist im Finanzierungsplan als Eigenleistung ausgewiesen. Was nicht in jedem Ort selbstverständlich ist, hat in Kinheim bestens funktioniert. Die Kinheimer werden, wenn alles fertig ist, diesen Eigenanteil auch erbracht haben. "Wir haben eine intakte Dorfgemeinschaft. Es waren immer genug Leute da, um zu helfen", sagt Ortsbürgermeister Jacoby. Stets an der vordersten Helferfront zu finden waren Horst Leo Trossen, Edgar Roth, Alfons Weber, Adrian Vogt, Ignaz Rieth, Eckhard Sausen und Wolfgang Trossen. Sie halfen unter anderem bei den Abrissarbeiten - "eine echte Knochenarbeit", so Jacoby -, sie beteiligten sich an den Malerarbeiten, der Elektroinstallation und bei der Deckenverkleidung. Die Halle wurde nicht nur saniert, sondern zur Mosel hin auch noch erweitert. Insgesamt wurde die Nutzfläche um 142 Quadratmeter vergrößert. In dem neuen Vorbau werden Stühle und Turngeräte untergebracht. Außerdem kann der Raum als Bewirtungszone genutzt werden. Saniert wurden ferner die Sanitärräume, und die Halle, an die Wohnhäuser angebaut sind, erhielt einen besseren Schallschutz. Nach Karneval können die anderen Vereine wieder einziehen, und auch die Kindergarten- und Schulkinder freuen sich darauf, endlich die Halle wieder nutzen zu können.