Die Fronten sind richtig verhärtet

Die Fronten sind richtig verhärtet

LONGKAMP. Die SPD-Fraktion im VG-Rat Bernkastel-Kues fordert seit Jahren eine Radwegverbindung zwischen Mosel und Hunsrück. Die anderen Fraktionen sehen die auserkorene Trasse wegen der Höhenunterschiede als ungeeignet an.

Die Sitzungen des Verbandsgemeinderates Bernkastel-Kues gehen meist schnell über die Bühne. Am Donnerstagabend war das anders. Breiten Raum nahm die Diskussion über die schon öfter von der SPD ins Gespräch gebrachte Radwegeverbindung zwischen Mülheim und Merscheid (Hunsrück) ein. Sie würde neben Mülheim auf VG-Gebiet die Orte Burgen, Veldenz und Gornhausen tangieren. Entsprechend der Temperaturen wurde - für den VG-Rat eher selten - hitzig debattiert. Die SPD messe dieser Strecke große Bedeutung zu, sagte Maria Bölinger. Bei einer Gesamtlänge von 17,6 Kilometern, einer auszubauenden Strecke von 8,3 Kilometern und Gesamtkosten von 826 000 Euro könne von einem sehr positiven Kosten-/Nutzenverhältnis gesprochen werden. Umso mehr, da die zuständige Genehmigungsbehörde einen Zuschuss von 70 Prozent in Aussicht gestellt habe. Der Anteil der VG Bernkastel-Kues läge bei zirka 130 000 Euro. "Wer heute gegen diesen Vorschlag stimmt, hat keinerlei Interesse an der Weiterentwicklung unserer VG im touristischen Sektor. Es ist ein Armutszeugnis, wenn allein aus Parteiproporz entschieden wird", sagte Bölinger mit Blick auf die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, der das Projekt bereits ablehnte. Die anderen Fraktionen verwahrten sich gegen die Vorwürfe. Eine Radwegeverbindung zwischen Mosel und Hunsrück sei selbstverständlich wünschenswert, sagte Eduard Arens (CDU). "Aber die vorgeschlagene Trasse ist wegen der enormen Steigungen für den normalen Radtouristen, abgesehen von einigen Spezialisten, ungeeignet." Der finanzielle Aufwand sei zu groß. Ähnlich argumentierten andere Ratsmitglieder. Reinhard Grasnick (SPD), größter Befürworter der Verbindung, ließ die seit 1997 bestehende Thematik Revue passieren. "Die Struktur- und Genehmigungsdirektion ist von den Plänen begeistert, wir reden sie kaputt. Das ist traurig", sagte er. Auch im Hunsrück werde das Projekt positiv gesehen. Die Fronten blieben verhärtet. Außer der SPD stimmte kein Ratsmitglied für den Antrag, Planungen erstellen zu lassen und Zuschussanträge zu stellen.