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Die gebürtige Wittlicherin Claudia Reuter wird im September für ein Konzert in der Synagoge in ihre Heimatstadt zurückkommen

Musik : Schnell, virtuos und herausfordernd

Die gebürtige Wittlicherin Claudia Reuter wird im September für ein Konzert in der Synagoge in ihre Heimatstadt zurückkommen. Darauf freut sich die Solo-Flötistin der Staatsoper in Berlin schon sehr.

Die Flötistin Claudia Reuter, die aus Wittlich stammt und an der Staatskapelle Berlin und der Staatsoper „Unter den Linden“ als stellvertretende  Solo-Flötistin tätig ist, kommt am Sonntag, 2. September, um 11 Uhr in die Synagoge Wittlich, um dort mit Wolfgang Lichter und der Camerata Cuasana, im Rahmen des Mosel Musikfestivals, in Zusammenarbeit mit der Stiftung der Stadt Wittlich, aufzutreten. Im Interview mit TV-Mitarbeiterin Christina Bents berichtet sie warum sie sich auf Wittlich freut, was sie aktuell macht und was die Besucher beim Konzert erwartet.

Frau Reuter, im September kommen sie beruflich nach Wittlich: Wie kommt es dazu?

Claudia Reuter: Wolfgang Richter, der Dirigent der Camerata Cusana und Tobias Scharfenberger, geschäftsführender Intendant des Mosel Musikfestival haben bei mir angerufen, und da habe ich gleich zugesagt.

Freuen sie sich auf die Säubrennerstadt?

Claudia Reuter: Auf jeden Fall! Gerade an die Synagoge habe ich viele Kindheitserinnerungen. Ausstellungseröffnungen habe ich begleitet oder als Kind mit sieben oder acht Jahren mit der Blockflöte an Musizierstunden teilgenommen.

Wann haben sie an der Kreismusikschule mit der Flöte angefangen?

Claudia Reuter: Mit ungefähr zehn Jahren habe ich angefangen. Unterricht hatte ich hauptsächlich bei Ivan Kumanov. Er hat es sehr gut gemacht, gute Stücke ausgesucht und uns aktiv in Quartetten Kammermusik spielen lassen.

Warum sollte es damals die Flöte sein?

Claudia Reuter: Mein Vater wollte mir die Klarinette schmackhaft machen, aber die gefiel mir nicht so wie die Flöte, die meine große Schwester schon damals spielte.

Sind sie von ihrem Elternhaus an die Musik herangeführt worden?

Claudia Reuter: Das hat mein Vater (Anm. der Redaktion: Josef Ehses, ehemaliger Leiter der Kreismusikschule) auf jeden Fall getan. Er hat schon mit der Blockflöte mit uns geübt, und uns am Klavier begleitet, so dass uns die Musik gleich Spaß gemacht hat.

Welche Musik, neben der Klassik hören sie gerne?

Claudia Reuter: Privat höre ich fast gar keine Musik. Nach einem anstrengenden Tag in der Oper mit Proben, Üben und Auftritten geht es zu Hause auch ohne Musik. Wenn, dann höre ich ein bisschen in Richtung Jazz und Soul oder Musik aus den 1980ern.

Was erwartet die Konzertbesucher in Wittlich?

Claudia Reuter: Ein schönes Programm. Mit Bach ist ein barockes Stück dabei, bei dem man gestalten kann, mit der Klangfarbe und Verzierungen. Der Mercandantes ist sehr schnell, virtuos und technisch herausfordernd.

Warum haben sie diese Komponisten ausgesucht?

Claudia Reuter: Das habe ich mit Herrn Lichter gemeinsam gemacht. Er meinte ein barockes Stück wäre gut und den Mercandantes wollte ich immer schon einmal spielen. Es ist insgesamt ein kleiner Querschnitt durch die Querflötenliteratur.

Wo und was spielen sie aktuell?

Claudia Reuter: In der Staatsoper unter den Linden spielen wir aktuell Verdis „Macbeth“. Bei der Premiere Mitte Juni haben Anna Netrebko und Plácido Domingo mitgesungen. Das ist auch auf „Arte“ übertragen worden. Daneben haben wir Tosca im Programm und Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck. Es ist also ein ziemlich dicker Monat.

Was war ein besonderes musikalisches Erlebnis in ihrer Karriere?

Claudia Reuter: Also die Zusammenarbeit mit Anna Netrebko und Plácido Domingo ist so ein Moment. Das sind schon Persönlichkeiten. Das zu erleben ist sehr besonders. Ich spiele die Soloflöte, das ist ebenfalls nicht selbstverständlich.

Könnte der Auftritt in Wittlich auch zu einem besonderen werden?

Claudia Reuter: Auf jeden Fall. Solistisch vor dem Orchester zu stehen, ist eine andere Herausforderung. Als das Eventum eröffnet wurde, war ich ebenfalls mit dabei, das hat mir viel Spaß gemacht. Ich freue mich sehr auf das Konzert im September.

Am Sonntag, 2. September, 11 Uhr spielt Claudia Reuter mit der Camerata Cusana in der Synagoge Wittlich. Karten: 25 Euro inclusive Vorverkauf bei Ticket Regional.