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Die Grevenburg: Gesucht und schwer gefunden

Die Grevenburg: Gesucht und schwer gefunden

Immer wieder verlaufen sich Urlauber auf dem Weg zur Grevenburg. Die Ruine hoch über Traben-Trarbach ist schwer zu finden. Der Gastwirtin am Ausflugsziel fehlen deshalb die Gäste.

Traben-Trarbach. Völlig verärgert und erschöpft erreichten Josef Eberhardt und seine Frau mit dem Rad ihr Ausflugsziel in Traben-Trarbach, die Grevenburg. "Wir wollten die im Reiseführer gerühmte Ruine der Grevenburg besichtigen", sagt der Tourist aus Worms. Der geplante Ausflug sei aber wegen der fehlenden Beschilderung und dem schlechten Stadtplan zu einer Tortur geworden. "Zunächst haben wir in ganz Traben-Trarbach kein Hinweisschild gefunden. Wir konnten es nicht fassen", sagt Eberhardt.
Unbrauchbarer Stadtplan


Danach begab sich das Paar, das einen einwöchigen Radurlaub an der Mosel verbracht hat, mit dem Stadtplan aus der Tourist-Information auf die Suche nach der Grevenburg. "Der Stadtplan war völlig unbrauchbar. Wir sind damit irgendwo an einem Kriegerdenkmal gekommen, aber nicht dort, wo wir hinwollten."
Nach beachtlichen Umwegen fanden die Moseltouristen dann doch noch die Grevenburg und damit auch die Burgschänke von Rita Rapp hoch über Traben-Trarbach. Die Touristen beschwerten sich in der Gastwirtschaft.
"Kein Einzelfall", sagt Rapp. Ständig fragten sie Gäste: "Warum findet man euch nicht?" Es stünden zwar zwei kleine Hinweisschilder in der Stadt, sagt die Wirtin der Burgschänke, aber die würden nichts taugen. Dabei habe ihr die Stadtverwaltung schon vor einem Jahr versprochen, den Weg zur Grevenburg und der Burgschänke ordentlich zu beschildern. "Das sollte dieses Jahr schon alles über die Bühne sein", sagt die Cafébesitzerin.
Auf TV-Anfrage sagt Stadtbürgermeisterin Heide Pönnigshaus, sie habe die Tourist-Information beauftragt, ein Konzept für die Beschilderung zu erarbeiten. Die kommissarische Leiterin, Claudia Richter, erklärt, sie könne noch kein Ergebnis vorzeigen. Rapp wundert das nicht, schließlich warte sie schon lange. Dabei sei die Ruine der Grevenburg das älteste Bauwerk Traben-Trarbachs. Bis vor drei Jahren sei der Weg zur Burgruine auch an verschiedenen Stellen in der Stadt vernünftig ausgeschildert gewesen. Die Stadt demontierte jedoch die in die Jahre gekommenen Wegweiser.
"Und das in einer Zeit, in der es sowieso nicht gerade rosig läuft", sagt die Inhaberin. Seit 20 Jahren bewirtschaftet die 59-jährige Gastwirtin schon die Burgschänke am Aussichtspunkt über Traben-Trarbach. Doch ihr Umsatz sei in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent gesunken, klagt sie. Dass Touristen den Weg zu ihr nur schwer finden könnten, verschärfe die Situation.
Theoretisch ist die Grevenburg über einen steilen Fußweg und ebenso bequem mit dem Auto zu erreichen. Damit Touristen sie finden, müssten sowohl an den Straßen als auch an markanten Plätzen in der Stadt Wegschilder aufgestellt werden, fordert die Gastwirtin.
Der genervte Radtourist Josef Eberhardt würde sich über wahrnehmbare Schilder zum Ausflugspunkt auch freuen: "Die Grevenburg ist eine unbedingt sehenswerte Burgruine." Der Ausblick sei herrlich.