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Die Heimat bleibt auch weiter in Morbach

Die Heimat bleibt auch weiter in Morbach

Drei Tore hat das Land derzeit für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf der Rechnung. Sie sollen im Hunsrückhaus am Erbeskopf, in der Wildenburg bei Kempfeld und in Otzenhausen eingerichtet werden.

Morbach. Bei den Haushaltsberatungen im Rat der Einheitsgemeinde Morbach hatte Uwe Andretta, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als er auf den Nationalpark zu sprechen kam. "Das Thema Heimat und Nationalpark wird nicht in Birkenfeld besetzt", sagte Andretta und verwies auf Gespräche, die er mit Angehörigen des Ministeriums geführt hatte. Die Begriff Heimat und Hunsrück seien untrennbar mit Morbach verbunden, und somit sei auch der Nationalpark bei diesem Thema mit Morbach verschweißt.
Stefanie Lotz, Pressesprecherin des Umweltministeriums, bestätigt die Aussagen Andrettas. "Es ist unstrittig, dass Morbach, Edgar Reitz und damit dass Thema Heimat miteinander verbunden sind", sagt sie. Bisher gebe es im Ministerium keine Überlegungen, das Thema Heimat in Birkenfeld zu präsentieren.
Proteste zeigen Wirkung


Das Thema Heimat sei kein Vorhaben, das unmittelbar mit dem Nationalpark verbunden wäre. Sofern sich eine interessante Gesamtkonzeption über die Hunsrückregion hinweg ergeben sollte, wären auch Drehorte aus der Nationalparkregion in die Überlegungen mit einzubeziehen, sagt Lotz.
Im Juli 2014 hatte es in der Einheitsgemeinde Proteste gegeben, als ein Gutachten veröffentlicht wurde. Darin hatte das Alpenforschungsinstitut im Auftrag des Landes die Potenziale für eine Tourismusentwicklung und deren ökonomische Effekte des kommenden Nationalparks Hunsrück-Hochwald untersucht. Die Ersteller des Gutachtens hatten darin fünf Eingangsportale für den Nationalpark vorgeschlagen, davon eines in Birkenfeld, das sich mit dem Thema Heimat und Edgar Reitz befassen sollte. Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal hatte das als Versuch bezeichnet, die Themse aus London nach Paris zu verlegen. Für ihn gehört das Thema nach Morbach, sagte er. Der Regisseur selbst hatte den Vorschlag als "absurd" und "Schnapsidee" bezeichnet (der TV berichtete).
Tore als Anlaufstellen


Doch welche Eingänge zum Nationalpark will das Land einrichten? Zurzeit liefen Planungen an, an welchen Standorten Nationalparktore eingerichtet werden sollen und welche Betreiberkonzepte dafür machbar seien, sagt Stefanie Lotz. Diese Tore sollen Anlaufstellen sein, die räumlich an das Nationalparkgebiet angrenzen und in denen bestimmte Schwerpunktthemen des Gebietes den Besuchern vermittelt werden sollen.
Diese hat Projektleiter Harald Egidi, inzwischen bekannt gegeben (der TV berichtete). Ein Tor an der Wildenburg bei Kempfeld widmet sich dem Schwerpunkt Tiere, das Hunsrückhaus am Erbeskopf dem Thema Landschaft und Moore und das am Ringwall in Otzenhausen dem Thema Kelten. Weitere Schritte sollen Zug um Zug angegangen werden, sagt Lotz, auch im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten aller Beteiligten.