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Die Heimat im Kino und auf dem Fernsehbildschirm

Bernkastel-Kues. Die Moselregion dient seit vielen Jahrzehnten als Kulisse für Kinofilme und Fernsehproduktionen. Der Kinoerfolg von Edgar Reitz "Die andere Heimat" ist jüngster Bestandteil dieser Filmgeschichte. Markus Philipps

Bernkastel-Kues. Der große Erfolg der "Heimat"-Trilogie und dem jüngsten Kinofilm "Die andere Heimat" von Edgar Reitz sind beispielhaft für die Beliebtheit und die langjährige Präsenz von Kino- und Fernsehfilmen mit Heimatbezug. Seit vielen Jahrzehnten wird auch die Moselregion auf Kinoleinwänden und Fernsehbildschirmen in Szene gesetzt.
Stadt Geschichte(n)


Eine der ersten Kino-Produktionen im Moseltal war der aus dem Jahre 1936 stammende Film "Wenn wir alle Engel wären" von Carl Fröhlich. Dieser Streifen nach einer Novelle von Heinrich Spoerl erfreute sich so starker Popularität, dass er später als "Remake" erneut in die Kinosäle einzog. Viele Szenen des Films mit Heinz Rühmann und Leny Marenbach in den Hauptrollen wurden in Beilstein gedreht.
Dort wurde auch "Das Verlegenheitskind" (1938) mit Ida Wüst und Paul Klinger sowie "Der Schinderhannes" (1958) mit Curd Jürgens gedreht. Carl Zuckmayers Lustspiel "Der fröhliche Weinberg" wurde 1952 von Erich Engel mit Gustav Knuth und Eva-Ingeborg Scholz ebenfalls in Beilstein aufgenommen.
Der Kinofilm "Moselfahrt mit Monika" von Roger von Norman entstand in der Zeit von 1943 bis 1944 an Drehorten zwischen Trier und Koblenz. Bedingt durch schlechtes Wetter, Krankheit und Luftangriffe dauerte die Produktion zehn Monate. Nach der Fertigstellung im Oktober 1944 wurde die Liebesgeschichte über eine Bootsfahrt auf der Mosel jedoch durch Zensur verboten. Erst am 29. August 1952 konnte eine gekürzte Fassung des Films in Ostberlin uraufgeführt werden. In "Moselfahrt aus Liebeskummer" von 1953 wurden Motive der gleichnamigen Novelle des Schriftstellers Rudolf G. Binding aus dem Jahr 1932 verfilmt. Kurt Hoffmann drehte die Liebesgeschichte mit Will Quadflieg und Elisabeth Müller an Schauplätzen zwischen Cochem und Trier. Es entstanden insbesondere einige Szenen in Bernkastel-Kues sowie im Schloss und Schlosspark von Lieser.
Für die Neuverfilmung von "Wenn wir alle Engel wären" (1956) mit Dieter Borsche und Marianne Koch wurden als Drehorte neben Beilstein auch Bernkastel-Kues sowie Traben-Trarbach und Zell ausgewählt. Bei einigen Filmaufnahmen wurde hierbei der Bernkasteler Marktplatz und die Moseltalbahn in Szene gesetzt.
Neben den Kinofilmen gab es an der Mosel auch Produktionen für das Fernsehpublikum, wie die Serie "Moselbrück", die von 1987 bis 1993 in drei Staffeln und insgesamt 30 Folgen in der ARD ausgestrahlt wurde. In dieser erfolgreichen Fernsehserie mit Liane Hielscher und Günther Strack in den Hauptrollen wird das Leben einer Winzerfamilie von der Mosel geschildert. Hauptkulisse für Moselbrück war das Dorf Ürzig mit dem Mönchhof. Daneben wurde in Bernkastel-Kues, Cochem und Wittlich gedreht.
Hohe Popularität



Eine neuere Fernsehfilmproduktion ist der Familienfilm "Tierisch verliebt" aus dem Jahr 2009, der unter der Regie von Ariane Zeller mit Valerie Niehaus und Gregor Törzs gedreht wurde. In dem Liebesfilm über einen Tierarzt, der von der Großstadt zur Mosel zieht, spielen besondere Szenen in Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Umgebung.
Auch im neuesten Kinofilm von Edgar Reitz "Die andere Heimat", der das Leben der Auswanderer vom Hunsrück thematisiert, dient neben Drehorten wie Piesport oder dem Traben-Trarbacher Stadtteil Wolf, Bernkastel-Kues mit seinem Marktplatz als Filmkulisse (der TV berichtete). Die hohe Popularität der "anderen Heimat" hat gezeigt, dass Filme mit Regionalbezug beim Publikum nach wie vor gut ankommen und beliebt sind. Darüber hinaus haben viele Heimatfilme mit ihrer Darstellung von reizvollen Landschaften und romantischen Orten auch einen starken Werbeeffekt für den Tourismus.