Die Heringe liegen bereit

DHRONECKEN. Die Idee eines Campingplatzes in einem der schönsten Hunsrückdörfer ist nicht vom Tisch. Trotz fehlender Unterstützung der Oberen Landespflegebehörde hat sich der Gemeinderat von Dhronecken das Konzept einer Investorengruppe angeschaut. Die Kommunalvertreter zeigten sich beeindruckt.

"Wenn sie das vor einem Dreivierteljahr vorgestellt hätten und mit dieser Crew, dann wären sie einen großen Schritt weiter", sind sich Wolfgang Conrad und seine Ratskollegen sicher. Was ihnen die Investoren an diesem Abend präsentieren, ist alles andere als der Entwurf eines schlichten Campingplatzes. Es ist ein Konzept, das nicht nur auf zahlungskräftige Urlauber setzt, sondern auch auf Arbeitsplätze im und außerhalb des Geländes hoffen lässt. Das Entscheidende für Dhronecken ist jedoch, dass das dafür ins Auge gefasste Bachtal nach Aussage der Investoren möglichst wenig beeinträchtigt werden soll. "Wir brauchen ja diese Atmosphäre, die dieser Platz hat - das müssen wir erhalten", versichert Jörg Brossette, einer der beiden Geldgeber. Zusammen mit dem 36-jährigen Inhaber einer Werbeagentur will der Losheimer Dirk Koch, Geschäftsführer eines Familienhandwerbetriebes, in das Projekt investieren. Die Beiden hatten den zum Verkauf angebotenen Wasserturm mit dem 30 000 Quadratmeter-Gelände im Internet entdeckt. Um ihre Idee auf solide Füße zu stellen, beauftragten sie Thomas Krieg, Camping- und Touristikfachwirt, und Landschaftsarchitekt Michael Hinz mit der Planung. Ziel sei, so Hink, "Ökologie und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bekommen". Das Nein der Oberen Landespflegebehörde ist für ihn nur mit fundierten Gegenargumenten umzukehren. Kern der Vorbehalte ist der Schutz der Bachauenzone, die aber trotz der für Familien geplanten 200 bis 300 Parzellen erhalten bleiben soll. Unter Einbeziehung angrenzender Gemeindeflächen sind zudem an den Randlagen kleine Ferienhäuser vorgesehen sowie Richtung Ortsmitte Räume für Sauna, Massage und Meditation. Die Zufahrt ist über die Landesstraße von der Kläranlage Bruderbach her angedacht. Schmuckstück ist der Wasserturm, der zum Restaurant werden soll. Als Zeitrahmen nennt Hink "zwei bis drei Jahr plus X für die Genehmigungsphase". Denn sofern der Ortsgemeinderat Ja sage, wollten sie das Konzept den übergeordneten Entscheidungsträgern vorstellen. Zu dieser Überzeugungsarbeit seien sie aber "nur bis zu einem gewissen Grad" bereit, betont Brosette, das sie dann schon eine relativ zeitnahe Entscheidung erwarteten: "Wir machen hier nur etwas, das Hand und Fuß hat und sich wirtschaftlich darstellen lässt."Wasserturm soll künftig ein Restaurant sein

Zuerst ist aber der Rat gefragt, dessen Chef beeindruckt ist. "Das macht schon Lust, da mit zu gehen", versichert Detlef Jochem. Nun müsse der Rat, eventuell nach einer Einwohnerversammlung, entscheiden, ob die Gemeinde sich in dieser Richtung entwickeln soll. Abgeneigt scheint das Gremium jedenfalls nicht, obschon ein solches Projekt natürlich nicht ohne Veränderungen zu realisieren sein wird. Vor- und Nachteile werden daher in den nächsten Wochen eingehend erörtert werden, bevor im September die Würfel fallen sollen.