Die Hunderetterin - Tierschützerin kümmert sich um verstoßene Vierbeiner

Die Hunderetterin - Tierschützerin kümmert sich um verstoßene Vierbeiner

Wenn Hunde ausgesetzt oder nicht artgerecht gehalten werden, kommt Eveline Maus ins Spiel. Sie ist Tierschützerin und kümmert sich um verstoßene Vierbeiner in der Eifel. Das ist nicht immer einfach.

Daun/Hillesheim Eveline Maus ist Tierschützerin mit Leib und Seele. Sie ist zur Stelle, wenn Hunde von ihren Familien verstoßen werden, nimmt sie auf und versucht, eine neue Heimat für die Vierbeiner zu finden. Doch das sei nicht immer einfach, auch weil es an Unterstützung mangele, erklärt Maus.

Die gebürtige Kölnerin ist eine Frau, die anpackt, Probleme löst und unangenehme Dinge anspricht. Und genau das tut sie seit etwa 20 Jahren für den Tierschutz. Sie ist aktives Mitglied im Tierschutzverein Tiere in Not, einem Verein, der nach eigenen Angaben in Hürth, Köln und der Eifel tätig ist.

Der Zufall habe sie vor 20 Jahren zur Tierschützerin werden lassen, erzählt Maus. Damals habe sie einen Anruf von einer Bekannten bekommen, sie habe sie gebeten, eine Hündin aus Bitburg aufzunehmen. Ihr Besitzer habe sie erschießen wollen. Ob das Tier nicht mehr wert sei als ein Schuss, habe sie ihre Bekannte damals gefragt. Sie habe die Frage mit Ja beantwortet und den Hund bei sich aufgenommen.

Drei Jahre später steigt die Kölnerin dann richtig in den aktiven Tierschutz ein. Damals wollte sie nur in Köln tätig sein, habe sogar noch Katzen bei sich aufgenommen. Schnell habe sie aber gesehen, wie elend es damals einigen Hunden in der Eifel ging. Da habe sie umgesattelt: von Köln in die Eifel und von Katzen auf Hunde. Seit´dem riefen die Menschen aus der Eifel bei ihr an, wenn sie einen Hund gefunden haben oder ihren loswerden wollten. "Das ist wie ein Hamsterrad. Da kommst du nicht mehr raus.” Maus beginnt, von Hunden zu erzählen, die sie gerettet oder bei sich aufgenommen hat.

Darunter ist zum Beispiel die Hündin Klärchen, die von ihren Besitzern aus einem fahrenden Auto geworfen worden sein soll. Sie erzählt auch von Mick, ein Retriever-Schäferhund-Mix. Er sei abgegeben worden, weil sich das Paar, dem der Hund gehörte, trennen ließ. "Das sind die sogenannten Scheidungsopfer.” Während Maus von den Tieren erzählt, scheint es fast, als hätte sie sich an die traurigen Schicksale der Vierbeiner gewöhnt.
Doch dann erzählt sie den Leidensweg von Sally, einem Husky-Schäferhund-Mix.

Eine Frau habe bei ihr angerufen, ihr gesagt, dass ein Landwirt in der Nähe von Bitburg seinen Hund schlecht behandele. Die Tierschützerin erzählt, wie sie zu dem Landwirt gefahren sei, inkognito. "Vor Ort hat es ausgesehen, als sei gerade der Krieg zu Ende.” Dort sieht Maus aber auch, dass es sich um eine Hündin handelt, die schwanger ist. Maus macht dem Mann ein Angebot. Erst 50, dann 150 Euro. Nach langem hin- und her sei es ihr gelungen, Sally freizukaufen. Maus fährt mit ihr zum Tierarzt. Dort bringt die Hündin in der Nacht insgesamt acht Welpen auf die Welt. Für Eveline Maus sind die Wege, die sie wegen der Hunde zurücklegt, kein Problem. Darüber hinaus nimmt sie die Tiere bei sich auf, lässt sie kastrieren, impfen und chippen und versucht einen neuen Besitzer zu finden. "Ich habe ein großes Grundstück. Deswegen geht das. Dort habe ich drei Zwinger.”

Das alles sei vom Tierschutzverein bezahlt worden. Der Verein zahle auch die Tierarztkosten der Hunde. Wenn Maus keinen Platz mehr habe oder sie sich - wie jetzt wegen einer Krankheit - nicht kümmern könne, würden die Hunde in Pensionen untergebracht. "Das kann dann pro Monat und Hund schon mal 300 Euro kosten.” Auch das zahlt der Verein, wie im Fall der drei Hunde Silvester, Hope und Angel (der TV berichtete), die wochenlang in den Wäldern der Eifel umherirrten, bis Helfer sie fanden. Die Tiere seien jetzt im Haus der Hunde in Hillesheim untergebracht.
Es gibt aber auch Situationen, in denen Maus die Aufnahme verweigere. "Wenn Leute frech werden.” Viele würden anrufen und denken, sie müsste die Tiere aufnehmen. Auch Listenhunde, also spezielle Rassen, nehme sie nicht an. "Die lassen sich schwer vermitteln, wegen der hohen Steuer.” Bis zu 900 Euro könne ein Listenhund seinen Besitzer pro Jahr kosten.

Eveline Maus fordert die Politik auf, endlich etwas zu unternehmen. Es könne nicht sein, dass ein Verein aus Köln sich um die Tiere in der Eifel kümmere. Dort gebe es nämlich nicht ein einziges Tierheim für Hunde. Und genau das fordert Maus für die Region um Daun.
Auch damit Hunde wie Klärchen, Sally und Mick nicht im Wald ausgesetzt würden, sondern im Heim von den Besitzern abgegeben werden könnten, wo sie dann an einen neuen Besitzer, der sie nicht wieder wegschickt, vermittelt werden können.ÜBER DEN VEREIN TIERE IN NOT

Extra

Sie war ein Sorgenkind von Eveline Maus: Hündin Sally. Foto: EVELINE MAUS. Foto: (e_daun )

Der Verein Tiere in Not wurde im Jahr 1992 gegründet. Zu den Aufgaben des Vereins gehören laut der Internetseite unter anderem die Aufnahme von Notfalltieren und deren Vermittlung sowie die tiermedizinische Versorgung. Derzeit suchen Eveline Maus und der Verein auch ein neues zuhause für die Ende des vergangenen Jahres gefundenen Hunde Hope, Angel und Sylvester. Sie sind derzeit in Hillesheim im Haus der Hunde untergebracht. Der Verein Tiere in Not bittet um Spenden, um den Hunden auch weiterhin den Aufenthalt dort zahlen zu können. Bankverbindung: Volksbank Eifel Mitte eG, IBAN: DE17586915000006508702.

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