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Die Kita Monzelfeld muss nach vier Jahren wieder erweitert werden

Soziales : Die Kita Monzelfeld muss nochmals vergrößert werden

Die Kita Monzelfeld muss erneut aufgestockt werden. Grund ist das neue Gesetz, das einen Anspruch auf Sieben-Stunden-Betreuung festsetzt. Auf die Gemeindekasse kommen neue Kosten zu.

Bald werden die Handwerker erneut in der Kita in Monzelfeld anrücken: Wegen des Kita-Gesetzes, das ab 1. Juli 2021 einen Rechtsanspruch für eine Sieben-Stunden-Betreuung für alle Kinder vorsieht, muss die Kita wieder erweitert werden. Erst vor wenigen Jahren wurde sie für eine halbe Million Euro vergrößert, wie Ortsbürgermeister Lothar Josten erzählt. Das war damals nötig, denn vor wenigen Jahren hatte die Mainzer Landesregierung zum einen den Rechtsanspruch auf kostenfreie Kita-Betreuung und zum anderen den ebenfalls neuen Anspruch auf eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren durchgesetzt. Damals schon kamen viele Kitas an ihre Kapazitätsgrenze, denn es mussten weitere Räume geschaffen werden, vom Ruheraum, Sozialraum bis hin zum Wickelraum.

Nun besteht die Problematik erneut, was kein Einzelfall ist. In Klausen, ebenfalls in Herforst im Eifelkreis Bitburg-Prüm müssen Kitas, kurz nachdem sie ohnehin schon erweitert worden sind, wieder anbauen, was in den Gemeinden die Haushalte belastet.

In Monzelfeld besteht sogar die Gefahr, dass die Kita ihre Betriebserlaubnis verliert, denn dort erwartet man im Sommer 65 bis 68 Kinder, wofür die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssen. „Es gab Gespräche mit allen Beteiligten. Dabei wurde uns eröffnet, dass wir möglicherweise die Betriebserlaubnis verlieren können,“ sagt Josten. Deshalb hat der Gemeinderat kurzfristig erneut einen Erweiterungsbau beschlossen. „Wir sind ja froh, dass wir mehr Kinder in der Gemeinde haben. Das ist auch für die Entwicklung des Ortes enorm wichtig. Das wirkt sich auch auf die Bestandssicherung bei den Vereinen und der Grundschule aus“, sagt Josten. Im vergangenen Jahr seien alle 33 Grundstücke im Neubaugebiet „Auf der Gass“ verkauft worden. „Seit Oktober vergangenen Jahres habe ich darüber hinaus noch zehn weitere Bauanfragen erhalten“, freut sich Josten über die Beliebtheit seines Dorfes. Deshalb gelte: Wer A sagt, müsse auch B sagen. Nur dass der Ball jetzt erneut bei der Gemeinde liegt und weitere Kosten auf sie zukommen.

Die Erweiterung der Kita um den Anbau eines Bewegungsraumes in Massivbauweise wird derzeit mit rund 216 000 Euro veranschlagt.

Entsprechende Förderanträge seien bei der Kreisverwaltung in Arbeit. Nun hofft man auf Förderungen. Demnach gewährt das Land Zuwendungen zu den Baukosten von Kindertagesstätten. Gefördert werden Investitionsvorhaben, die der Schaffung von zusätzlichen Betreuungsplätzen dienen. Nach der aktuellen Betriebserlaubnis seien 55 Plätze genehmigt. Das Jugendamt gehe von einem voraussichtlichen Platzbedarf für 65 Kinder aus, so dass zehn zusätzliche Plätze geschaffen werden. Für jeden zusätzlichen Platz wird eine pauschale Zuwendung von 7500 gewährt. Daraus ergibt sich eine Gesamtzuwendung in Höhe von 75 000 Euro.

Der Landkreis fördere zudem Neu- und Erweiterungsbauten mit 30 Prozent. Das wären rund 77 000 Euro. Die restlichen knapp 70 000 Euro müsse dann die Gemeinde stemmen, was immer noch ein großer Betrag ist, der den Haushalt der Gemeinde belasten wird. „Jetzt ist es wichtig, dass das Land die Fördermittel schnell bewilligt, damit wir starten können“, sagt Josten.