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Die Kita unter Dach und Fach bringen

Soziales : Kitas sollen Hand in Hand arbeiten

Die Verantwortung für kommunale Kitas liegt in der Regel bei den Ortsbürgermeistern. Das sorgt für viel Mehrarbeit im Ehrenamt. Deshalb sind Kita-Zweckverbände eine Alternative. In Traben-Trarbach wird derzeit darüber nachgedacht.

Eine gemeindliche Kindertagesstätte ist ein komplexer Betrieb – von der Wartung des Gebäudes bis zur Einstellung von Personal und vielen weiteren Faktoren. Dafür gibt es natürlich eine Kita-Leitung, aber die Verantwortung hat schlussendlich der Ortsbürgermeister. Das ist für ein Ehrenamt ein durchaus dicker Brocken.

Wie Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach bestätigt, wurde diese Thematik schon mehrfach in den Ortsbürgermeister-Dienstbesprechungen behandelt. Deshalb habe die Verwaltung im September 2019 den Auftrag erhalten, mit den an der Bildung eines Zweckverbandes interessierten Gemeinden gemeinsam eine Struktur zu erarbeiten.

Ein solcher Zweckverband wäre an der Verbandsgemeindeverwaltung angesiedelt. Und das hätte den entscheidenden Vorteil, dass die Ortsbürgermeister entlastet würden.

Grundsatzbeschlüsse gab es dazu in der ersten Jahreshälfte 2020, in den Ortsgemeinderäten Bengel, Enkirch, Flußbach, Irmenach, Kinderbeuern, Kinheim, Lötzbeuren und Starkenburg sowie in der Stadt Traben-Trarbach. Lediglich die Ortsgemeinde Bausendorf hatte kein Interesse signalisiert. Anschließend seien mit den betroffenen Gemeinden im September 2020 eine Organisationsform und Eckpunkte für einen ersten Entwurf abgestimmt worden.

 Marcus Heintel begründet das: „Wir gehen davon aus, dass wir mit der Übertragung der Betriebsträgerschaft von den Gemeinden auf einen Zweckverband eine Qualitätssteigerung durch einheitliche Standards sowie trägerinterne Fachberatung einerseits und eine Risikominimierung und Flexibilität im Personalbereich andererseits erreichen können.“

Auch die Personalplanung  werde einfacher, so Heintel, da  alle Erzieherinnen und Erzieher beim Zweckverband und nicht bei einer einzelnen Kita angestellt sind. So könne man sich im Falle von kurzfristigen oder dauerhaften Erkrankungen gegenseitig aushelfen.

Außerdem könnten so  die Verwaltungsaufgaben  zentralisiert und vereinheitlicht werden. Entscheidend sei, so Heintel, vor allem „eine damit einhergehende deutliche Entlastung des Ehrenamtes im Hinblick auf Verantwortung und zeitlichen Aufwand“. Bisher sei in den Gemeinden jeweils der ehrenamtliche Orts- oder auch Stadtbürgermeister als Vorgesetzter erster Ansprechpartner des Personals, dieser aber im Regelfall nicht über eine pädagogische oder vergleichbare Ausbildung oder Berufserfahrung verfüge.

Aktuell sind daran zwei Kitas in Traben-Trarbach, und die Kitas in Bengel, Enkirch, Flußbach, Kinderbeuern, Kinheim und Lötzbeuren beteiligt.

Heintel: „Die Ortsgemeinderäte von Bengel, Enkirch, Flußbach, Kinderbeuern, Kinheim, Irmenach, Lötzbeuren, Starkenburg sowie der Stadtrat Traben-Trarbach haben im Rahmen einer Grundsatzbeschlussfassung ihr grundsätzliches Interesse an der Mitgliedschaft an einem Zweckverband geäußert, ohne sich damit final auf einen Beitritt zum Zweckverband festzulegen. Die endgültige Entscheidung soll spätestens mit der Beratung über eine mögliche Verbandsordnung erfolgen.“ Was die Kosten betrifft, würden die Mitglieder des Zweckverbandes zu einer Umlage herangezogen werden, die sich auf einen einrichtungs- und einen zweckverbandsbezogenen, nicht anderweitig gedeckten, Aufwand nach der Anzahl der Kinder pro Monat in einer Kita aus der jeweiligen Gemeinde bezieht, erläutert der Bürgermeister.

Im nächsten Schritt soll es nun Informationsgespräche mit den jeweiligen Kita-Leitungen und Orts-/Stadtbürgermeistern geben, außerdem wird die Verbandsordnung der Einrichtungsbehörde (Kreisverwaltung) zur Prüfung vorgelegt. Danach soll die Beratung und Beschlussfassung in den Gemeinden erfolgen.

Und was ändert sich für die Eltern? Marcus Heintel:      „Da immer ein Aufnahmegespräch in der Kita notwendig ist, erfolgt die Anmeldung nach wie vor in der aufnehmenden Kita; dies ist insbesondere aus Sicht der Eltern zielführend und zeitsparend.“