Kolumne Auslese : Die Kleinen ganz groß

Lange hieß unser Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer. Der Begriff erschien den Werbefachleuten vor allem mit Blick auf die ausländischen Weinfreunde zu lang und zu kompliziert. 2007 entschied man sich, die „Anhängsel“ Ruwer und Saar zu streichen. Das schmeckte den Ruwer- und Saarwinzern nicht, befürchteten sie doch an Bekanntheit zu verlieren.

Doch die „Kleinen“ - Ruwer und Saar - sind wieder ganz oben. „Eine große Zukunft für die kleine Saar“ überschrieb kürzlich mein Kollege Christian Kremer seinen Artikel über diese feine  Weinbauregion. Im Mittelpunkt seiner Reportage stand der Saarwinzer Roman Niewodniczanski, der sich anschickt, sein Weingut Van Volxem in Wiltingen zu einem der größten in Deutschland auszubauen.

Wiltiingen ist ohnehin eine ganz besondere Rieslingperle. Dort ist auch das Weingut Egon Müller-Scharzhof zu Hause, das vielleicht  berühmteste, sicher aber wegen seiner Spitzenpreise, exlusivste Weingut Deuschlands.

Einen enormen Aufmerksamkeitsschub bekam der Saar-Weinbau, als Günther Jauch Anfang 2010 das Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar von einer Verwandten übernahm, die es aus Altersgründen nicht weiterführen wollte.

Vor zwei Jahren übernahm dann der Bernkastel-Kueser Top-Winzer  Markus Molitor die ehemalige Staatliche Weinbaudomäne Serrig.

Und die Erfolgsstory geht weiter. Die begehrte Auszeichnung Winzer des Jahres des Weinführers Gault&Millau ging für 2017 an das Weingut Forstmeister Geltz Zilliken in Saarburg.

Und man könnte noch jede Menge weiterer Winzer aufzählen, die an Saar und Ruwer Spitzen-Rieslinge produzieren. Einer von ihnen, Peter Lauer aus Ayl, sagt: „Wir erleben diese  Region in einem enormen Aufbruch.“

w.simon@volksfreund.de