Die kleine Tuchfabrik im Schlachthof

Die kleine Tuchfabrik im Schlachthof

MALBORN. "Gib Kultur auf dem Land eine Chance" – so könnte das Motto von Ralph Hamm aus Malborn lauten. Er eröffnet bis Mitte des Jahres eine "Kulturwerkstatt" in der Gemeinde.

"Alles, was mit Kultur zu tun hat", findet ab Mitte des Jahres im ehemaligen Schlachthaus in Malborn eine neue Heimat. Dort wird der Physiotherapeut und Musiker Ralph Hamm eine Kulturbühne eröffnen, auf der sich Kunstschaffende aller Art treffen und tummeln können. Das ehemalige Schlachthaus am Ortseingang (von Hermeskeil kommend), das er bereits als Lagerhalle für Ton- und Lichttechnik nutzt, hat er sich als Kulturtreffpunkt auserwählt. "Musik von Rock bis Klassik", Comedy, Kunst, Schauspiel und mehr möchte er dort auf die Bühne bringen. "Wie die Tufa in Trier, nur kleiner", vergleicht Hamm sein Vorhaben in Malborn.Im Sommer gibt es einen Biergarten

"Mein größter Wunsch ist, das Ganze nicht nur auf kommerzielle Weise anzubieten, sondern auf künstlerische Weise", erzählt Hamm. Er will in seiner Werkstatt "keine Kunst zeigen, die dem reinen Kommerz hinterherrennt", so sein Anspruch. Der Physiotherapeut hofft, dass seine Werkstatt innerhalb kurzer Zeit täglich genutzt wird: Einmal im Monat soll sie beispielsweise zur Spaß-Arena werden mit einen Programm à la "Nightwash" - "Stand-Up-Comedy" in ungewöhnlichem Ambiente. "Die Woche über möchte ich hier Kurse anbieten", sagt Hamm, "von der Wirbelsäulengymnastik bis hin zu Tanzkursen." Symposien, Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen jeder Art mit regionalen und überregionalen Künstlern möchte er außerdem nach Malborn holen. Bewirtet werden die Gäste nicht nur in der Werkstatt, sondern im Sommer auch in einem Biergarten. Das Projekt "Klang-Bild" - "eine experimentelle Symbiose von Musik und Kunst" -, das Hamm mit seinem Bruder Karl-Heinz konzipiert hat, soll zudem in Malborn auf die Bühne gebracht werden. Bei diesem Festival für die ganze Familie können sich Musiker, Kunst- und Kulturschaffende dem heimischen Publikum präsentieren und es gleichzeitig aktiv einbinden. "Ich will den Leuten ein bisschen mehr Spaß am Leben bringen", ist Hamms Vision. Deshalb verzichtet er momentan auf gemütliche Feierabende oder ruhige Wochenenden und legt in seiner Freizeit selbst Hand in seiner Werkstatt an. "60 Prozent der Arbeiten sind schon gemacht", erzählt er und hofft, dass die Eröffnung spätestens Mitte des Jahres über die Bühne geht. Die rund 120 Quadratmeter große Halle mit über vier Meter hohen Decken soll "den Charakter einer Industrieanlage behalten", sagt der Physiotherapeut. Außerdem hofft er, dass die Kultur, die dort ihre Heimat findet, die Werkstatt im Laufe der Zeit ebenfalls prägen wird - nach dem Motto "der Weg ist das Ziel". Ein finanzielles Risiko gehe er mit der Kulturwerkstatt nicht ein, ist er sicher. Weil er die Halle ohnehin schon als Lager nutzt, und der Besitzer die meisten Materialkosten übernimmt, blickt Ralph Hamm voller Optimismus in die Zukunft seiner "Kulturwerkstatt".