Die Klosterbibliothek ist kulturelle Perle der Wallfahrtskirche Klausen

Klausen · Seit 15 Jahren gibt es den Freundeskreis der alten Klosterbibliothek. Vieles wurde erreicht: 52 wurden Bücher restauriert, die Bibliothek wurde renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es gab Preise. Wissenschaftler kommen. Und nicht zu vergessen: Das lokale Kulturangebot hat davon profitiert.

Steffi Löwen, erste Vorsitzende, und Gerd Schruff, Ehrenmitglied, freuen sich auf die Jubiläumsveranstaltung, bei der auch der Bildband zur Bibliothek vorgestellt wird. TV-Foto: Christina Bents

Foto: Christina Bents (chb) ("TV-Upload Bents"

Klausen. Bücher sind Kulturgut. Für Klausen hat sich die Klosterbibliothek, die sich bis Ende der 1990er Jahre in einem verwahrlosten Zustand befand, als wahrer Kulturschatz entpuppt. Es lagern dort beispielsweise Predigtschriften aus dem Mittelalter mit handgeschriebenem Einband und Drucke aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Als sich der Verein Freundeskreis der Augustiner Chorherren vor 15 Jahren gegründet hat, war das vorrangige Ziel, die Bibliothek zu renovieren und die rund 2750 Bücher, die teilweise schimmelig und von Mäusen angefressen waren, zu restaurieren. Um dafür Geld zu sammeln, haben sich die Mitglieder einiges einfallen lassen.
Die Bücher bekamen Paten. Es gab regelmäßig Leseabende mit Wissenschaftlern und Schriftstellern. Die Bibliothek bekam überregionale Aufmerksamkeit durch die einmaligen Malereien und den Original-Estrichboden aus dem 15. Jahrhundert. Mitglied Dr. Marco Brösch erinnert sich: "Die Eröffnung im Jahr 2005 war für uns ein absoluter Höhepunkt. Deutsche Presseagentur und Frankfurter Allgemeine Zeitung haben berichtet. Und es waren mehrere hundert Besucher da, um die Bibliothek zu sehen."
Viele kleinere Erfolgserlebnisse und Würdigungen folgten. Und damit die Motivation weiter zu machen. Da war beispielsweise langfristige Unterstützung der Stiftung Rheinland-Pfalz. Steffi Löwen, erste Vorsitzende sagt: "Die Projektmanagerin, die ja schon viel gesehen hat, war von unserer gut strukturierten Bibliotheksarbeit beeindruckt. Das hat uns in unserem Tun bestätigt." Aber es sind auch die kleinen Erlebnisse, die Spaß machen.
25 Führungen im Jahr


"Bei den rund 25 Führungen im Jahr sind die Besucher immer wieder überrascht, dass so etwas hier in der Wallfahrtskirche ist", so Dr. Brösch. Maßgeblich beteiligt an der Erfolgsgeschichte der Bibliothek ist Ehrenmitglied Gerd Schruff.
Er hat sich gerade in den Anfangsjahren um die Geldbeschaffung gekümmert. Viele Male hat er Politiker angesprochen und sich kundig gemacht, wie man an Zuschüsse, Spenden und Sponsoren kommen kann. Sogar die Aufmerksamkeit des damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck hat er für die Bibliothek bekommen. Das hat er jetzt in einem Buch zusammengefasst (siehe Extra).
Zum aktuellen Jubiläum spricht Dieter Burgard. Was die Arbeit des Freundeskreises sehr erleichtert, ist die gute Zusammenarbeit mit Zivil- und Ortsgemeinde, wie Steffi Löwen betont. "Bei der Planung von Veranstaltungen stoßen wir immer auf offene Ohren und Unterstützung. Das hilft uns sehr", so die erste Vorsitzende.
Das 15-jährige Bestehen wird am Sonntag, 19. Juli, ab 18 Uhr in der Eberhardsklause gefeiert.
Alois Meyer

Extra

Dr. Marco Brösch, Leiter der Cusanus-Bibliothek im St. Nikolaus Hospital in Bernkastel-Kues und Mitglied im Freundeskreis: "Die Bibliothek ist ein Kulturschatz in der Wallfahrtskirche. Sie löst einen kulturellen Dominoeffekt aus. Denn mit den Arbeiten in der Bibliothek sind viele kulturelle Veranstaltungen gekommen. Dazu kommen Kooperationen mit Wissenschaftlern der Universität Mainz und anderen Orten, die mit Klausen geschichtlich verbunden sind." Pater Albert Seul, Wallfahrtsdirektor und Pfarrer von Klausen: "Der Freundeskreis der Klosterbibliothek Klausen ist ein sehr wichtiger für Klausen, weil er sich um den großen Kulturschatz, die Bibliothek, kümmert. Für die Pfarrgemeinde Klausen ist die Bibliothek auch eine Verpflichtung, diese großartigen Dinge zu erhalten." Alois Meyer, Ortsbürgermeister Klausen: "Die Klosterbibliothek ist für Klausen ein kultureller Leuchtturm. Sie ist sogar international in Wissenschaftskreisen von großem Interesse. Außerdem ist sie auch der Anlass für die Gründung des Bibliotheksvereins gewesen, der sich vielfältig um die Aufarbeitung der Geschichte Klausens in den vergangenen Jahren bemüht hat. Damit bleiben Kultur und Geschichte lebendig, im Dorf und in der Region." Heidi Steffen, Mitarbeiterin im Dorfladen Klausen: "Ich habe selbst schon eine Führung mitgemacht und war fasziniert. Es ist sehr interessant, was wir da an Bücherschätzen in unserem Ort haben. Respekt vor den Leuten, die sich da einsetzen. Dadurch sind auch einige Wissenschaftler und Autoren nach Klausen gekommen, die sonst nicht da gewesen wären." chbExtra

Bildband zum Jubiläum: Gerd Schruff hat die Renovierungsgeschichte, die Bücher und die baulichen Besonderheiten der Bibliothek in einem 90-seitigen Bildband beschrieben. Der wird am Sonntag, 19. Juli, um 18 Uhr, im Rahmen der Jubiläumsfeier in der Eberhardsklause vorgestellt. Das Buch kostet 25 Euro. Der Erlös ist für die Bibliothek. chb