Die komische Seite des Älterwerdens

In einem temporeichen Erzählmarathon hat Johannes Flöck im Rahmen der Eifelkulturtage das Älterwerden aufs Korn genommen. Die meisten der 160 Zuhörer in der ausverkauften Wilhelm-Hees-Halle in Niederöfflingen bogen sich vor Lachen. Der Koblenzer fütterte sie mit Wortwitz und Beobachtungen aus dem prallen Leben.

 Mit seinen Witzen übers Älterwerden brachte Johannes Flöck sein Publikum zwei Stunden lang zum Lachen. TV-Foto: Sybille Schönhofen

Mit seinen Witzen übers Älterwerden brachte Johannes Flöck sein Publikum zwei Stunden lang zum Lachen. TV-Foto: Sybille Schönhofen

Niederöfflingen. Jeder kennt es, das Älterwerden. Johannes Flöck betrachtet es in seinem Programm "Auch Jünger werden älter" aus der Perspektive eines 44-Jährigen. Zipperlein kommen und können plötzlich nicht mehr beseitigt werden. Arztbesuche machen klar: Der Kopf macht Vorschläge, die der Körper künftig nicht mehr erfüllen kann. Der Zeitpunkt ist da, an dem happy und birthday getrennte Wege gehen.
Im Bekanntenkreis bricht der Fitnesswahn aus, Flöck kontert mit Trinksport. "Ich kann nicht mehr so, wie ich will, ich mach jetzt, was ich kann", lautet eine Begründung. Er probiert Wellness aus und landet in einer Sauna mit kölschem Aufguss. Dort zeigt sich bei der La-Ola-Welle, dass ein dauerklönender Goldkettchenträger mit Brustteppich sein Heiratsgeschirr versehentlich in den Zwischenräumen der Saunabank versenkt hat. Auf dem Weg nach oben nimmt es die Gestalt einer Plastiktüte mit zwei Mandarinen an.
Johannes Flöck hat das Talent, so zu erzählen, dass Bilder im Kopf entstehen. Dabei setzt er auf die Themen Beziehung, Gesundheit, Sex, vermeidet aber allzu Anstößiges, so dass er im gesamten Programm eher nett als bissig rüberkommt. Er gibt sich von der persönlichen Seite, das macht ihn so nah, so sympathisch. Er erzählt aus seiner Kindheit in Koblenz, der Metzgerei seiner Eltern, vom tortengesteuerten Powerwalkingclub der Mutter, den Musikantenstadelabenden des schwerhörigen Vaters, den Tricks des Opas, um an Alkohol zu kommen. Die Freundin, die Nichte, der Neffe liefern den übrigen Stoff. Dabei gelingt es Flöck, die Themen vom Hip-Hop-Konzert über den Diätstress bis zur Kosmetikbehandlung geschickt miteinander zu verknüpfen. Alles in rasantem Tempo.
Flöck hat Niederöfflingen in der ersten Minute erobert. Das Publikum lacht Tränen, zwei volle Stunden und zwei erklatschte Zugaben lang. sys

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