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Die Kreismusikjugend hat vor 250 Besuchern ihr Können gezeigt.

Musik : Renaissance, Abgefahrenes und eine Pop-Ecke

Die Kreismusikjugend hat vor 250 Besuchern ihr Können gezeigt. Die Orchester „Hör mal, was ich kann“ und „Wind Band 4 teen(s)“ boten viel Abwechslungsreiches.

Neun Schlagzeuger, fünf Posaunen, drei Tuben und fünf Hörner, das ist nur ein Teil der Besetzung des Orchesters „Hör’ mal, was ich kann“. Insgesamt stehen beim Konzert im Atrium des Cusanus-Gymnasiums in dieser musikalischen Gruppe 60 Kinder und Jugendliche auf der Bühne. Seit sechs Jahren besteht das Orchester, das eine Kooperation von Kreismusikschule und Kreismusikjugend ist. Kinder und Jugendliche, die mindestens zwei Jahre Unterricht hatten, sind dabei. Und was sie zu bieten haben, konnte sich tatsächlich hören lassen.

Die Dynamik stimmte, die Abstimmung zwischen den Registern und die Intonation. Angefangen bei dem Stück „Renaissance“, das majestätisch klang, bei dem man aber noch ein wenig Nervosität der jungen Musiker hörte. Oder auch „Fires of Mazama“. Mit kräftigen Klängen wird das Stück eröffnet, dass von einem Vulkanberg im Südwesten von Oregon handelt, der vor einigen tausend Jahren ausbrach und heute ein ruhiger Kratersee ist. Im Mittelteil wird es getragener und endet in einem spannenden Finale.

Sehr einfühlsam war das Spiel bei den „Twillight Falls“. Hier war eine sehr gute Abstimmung zwischen den Registern zu erkennen. Die „Pop-Ecke“ wurde mit „Shut up and dance“ bedient. Ein Song, den das Publikum schon nach der zweiten Note erkannte, war „Hey Jude“ der Beatles. Neben den Musikern, die ab zwei Jahre Unterricht haben, spielten auch zwei Teilnehmer des Wettbewerbs Jugend musiziert auf Bundesebene in den Orchestern mit: Leonie Schmitt und Luca Kuhnen, beide an Percussions.

Jochen Hofer, neben Dietmar Heidweiler musikalischer Leiter der Projektorchester, sagt: „Die Projekt­orchester sind für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, in Jugendorchestern zu spielen oder erste Bühnenerfahrung suchen.“ Weiter sagt er: „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen weitere musikalische Ziele geben und die Arbeit der Musikvereine unterstützen.“

Bei der „Wind Band 4Teen(s)“ wird das besonders deutlich. Sie bringen auch „Abgefahrenes“ auf die Bühne, wie es Jochen Hofer selbst nennt. Das wird beim Stück „Dance oft the Spirits“, Tanz der Geister, deutlich. Ungewöhnliche Harmonien, die teilweise sehr dissonant klingen und Effekte, die mit verschiedenen Percussion-Instrumenten wie Glockenspielen, Holzblock oder Rasseln ein gruselige Stimmung verbreiten. Dazu bei den Bläsern schnelle Läufe und eine an- und abschwellende Dynamik. Dazwischen: stechende Trompeteneinsätze, wiederkehrende Tonfolgen und ein einzelner Triangelschlag, der genau an der richtigen Stelle saß. Das zog die Zuhörer in den Bann der jungen Musiker, die mit kräftigem Applaus belohnt wurden. Daneben zeigten sie ihr Können, bei einem Westernstück und bei „Black Wolf Run“, das präzise gespielt war. Die Stücke haben die Jugendlichen an einem Probewochenende und einem Probetag erarbeitet. Unterstützt wurden viele von ihren Lehrern im Musikunterricht. Das Projekt „Hör mal, was ich kann“, fand zum sechsten Mal in dieser Form statt, die „Wind Band 4Teen(s)“ zum fünften Mal. Die Kreismusikjugend hat die Veranstaltung organisiert.