Die Luft in Platten bleibt rein: Aus für Klärschlammtrocknungsanlage

Die Luft in Platten bleibt rein: Aus für Klärschlammtrocknungsanlage

Den Einwohnern hat sie gestunken, deshalb wird sie für immer außer Betrieb bleiben: Das Verwaltungsgericht hat bestätigt, dass die Genehmigung für die Klärschlammtrocknungsanlage in Platten rechtmäßig zurückgezogen wurde.

Platten. Jetzt hat die Gemeinde Platten es schwarz auf weiß: Die Klärschlammtrockungsanlage darf nicht wieder in Betrieb gehen. Das hat das Verwaltungsgericht in Trier beschlossen.
Die Anlage war 2009 in Betrieb gegangen. Wenig später klagten Bürger über Geruchsbelästigungen. Eine Untersuchung ergab, dass sich in Platten in 80 Metern Höhe immer wieder ein Kaltluftsee bildet, der verhindert, dass die Gerüche abziehen.
Im September 2010 war die 1,3 Millionen Euro teure Anlage daher geschlossen worden. Doch die Kaiserslauterner Betreiberfirma, die Westpfälzische Ver- und Entsorgungs GmbH (WVE), nahm dies nicht hin. Sie legte Widerspruch gegen die Rücknahme der Betriebsgenehmigung ein - und auch gegen die Ablehnung ihres zuletzt gestellten Antrags für den Bau eines 61 Meter hohen Abluftkamins. Mit dessen Hilfe sollte der Kaltluftsee sozusagen umgangen werden. Doch die Ortsgemeinde vertrat die Meinung, dass der Bau eines solchen Kamins gegen den Bebauungsplan verstoße.
Da die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord die Widersprüche zurückwies, hatte die WVE dagegen Klage eingereicht. Doch auch damit hatte sie keinen Erfolg. Laut Verwaltungsgericht war der Entzug der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung rechtmäßig. Wie man heute wisse, hätte die Anlage die erforderlichen Geruchswerte von Anfang an nicht einhalten können.
Nun stellt sich die Frage, was mit der Anlage geschieht. Die Gemeinde will nicht, dass eine Bauruine zurückbleibt. "Würde man das Innenleben teilweise abbauen, bleibt ein normales Gewächshaus mit Fußbodenheizung übrig", sagt Ortsbürgermeister Alfons Kuhnen. Die Zucht von Pflanzen wäre also beispielsweise dort ohne Probleme möglich. Stellt der Betreiber keine sinnvolle Nutzung in Aussicht, werde die Gemeinde auf die Beseitigung der Anlage pochen. uq

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