Die makabre Friedhofsschlacht von 1728 in Wolf an der Mosel
Traben-Trarbach · Die evangelische Kirchengemeinde Wolf lädt für Montag, 2. Dezember, 19.30 Uhr, zu einem Vortrag über ein ebenso kurioses wie makabres Kapitel der Geschichte von Wolf an der Mosel in den dortigen Gemeindesaal ein. In Kooperation mit dem Arbeitskreis für Heimatkunde Traben-Trarbach wird Museumsleiter Christof Krieger alles über die Wolfer Friedhofsschlacht erzählen.
Als im August 1728 in Wolf ein katholischer Bürger starb, sollte dessen Beerdigung zu einem makabren Politikum werden: Um zu verhindern, dass ein katholischer Priester den evangelischen Friedhof oder gar die Kirche entweihte, verrammelten die heimischen Christen Gotteshaus und Gottesacker mit Balken und Holzkarren. Als dann tatsächlich einige Hundert Gläubige aus Kröv über die Mosel gesetzt hatten, um dem Toten das letzte Geleit zu geben, läuteten in Wolf die Sturmglocke,und die gesamte Bürgerschaft stellte sich mit Flinten, Sensen und Knüppeln bewaffnet dem Trauerzug in den Weg. In der Sommerhitze entspann sich daraufhin über Stunden hinweg eine regelrechte Schlacht, die schließlich mit dem Abzug der blessierten Kröver endete. Der Tote wurde von den Wolfern - die gegen ihre katholischen Nachbarn von wackeren Mitstreitern aus Traben, Trarbach und Enkirch unterstützt worden waren - anschließend kurzerhand an Ort und Stelle am Wegesrand verscharrt.
Doch dies war lediglich Auftakt einer nicht minder verbissenen Auseinandersetzung: Den Handgreiflichkeiten folgte ein gereizter Schriftwechsel der beiden Landesherren der Hinteren Grafschaft Sponheim, dem katholischen Markgrafen von Baden und den evangelischen Pfalzgrafen von Birkenfeld. Selbst der römische Kaiser im fernen Wien wurde mit bitteren Beschwerdeschreiben über die aufsässigen Wolfer überhäuft. Resigniert bat der katholische Markgraf sogar um die Auflösung der Gemeinherrschaft. red