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"Die Menschen mitnehmen und motivieren"

"Die Menschen mitnehmen und motivieren"

TRABEN-TRARBACH. Am Sonntag wählten die Traben-Trarbacher Heide Pönnighaus zu ihrer neuen Stadtbürgermeisterin. Wir baten sie zu einem ersten Interview.

Wie ist Ihre Gefühlslage so kurz nach der gewonnenen Wahl? Pönnighaus: Ich freue mich natürlich, dass ich gewonnen habe. Vor allem tut es gut, dass der Rückhalt so groß ist und viele Menschen nach wie vor ihre Hilfe anbieten. Ich habe zahlreiche Glückwünsche erhalten, mündlich, per Telefon, Fax und viele E-Mails. Ich weiß natürlich, was auf mich zukommt. Aber ich denke mit Gottes Hilfe wird das zu bewältigen sein - zumal ich gerne arbeite. Haben Sie schon mit Jutta Schneider gesprochen? Pönnighaus: Ja, wir haben noch am Wahlabend gemeinsam ein Glas Sekt getrunken. Ist Ihnen nicht etwas mulmig wegen der bevorstehenden Aufgabe? Pönnighaus: Mulmig eigentlich nicht, aber ich habe schon etwas gemischte Gefühle, das gebe ich zu. Vor allem habe ich Respekt vor der Verantwortung. Aber ich denke mit großem Einsatz ist das zu schaffen. Morgens managen sie die Arztpraxis ihres Mannes, mittags wollen Sie als Stadtbürgermeisterin arbeiten. Bleibt es dabei? Pönnighaus:Ich werde halbtags die Arztpraxis managen, das kann vormittags oder nachmittags sein. Da bin ich sehr flexibel. Sollte ich merken, dass mich das überfordert, kann ich die Arbeit in der Praxis auch reduzieren. Haben Sie schon Termine als künftige Stadtbürgermeisterin? Pönnighaus: Ja, zwei. Den ersten an diesem Mittwoch auf Einladung von Verbandsbürgermeister Weisgerber. Es geht um ein Touristikprojekt "Wasserwanderroute Mosel". Der andere Termin ist ein Treffen mit Vertretern unserer Partnerstadt Wangen beim Moselwein-Festival. Rückblickend betrachtet: Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt. Ging es immer fair zu? Pönnighaus: Nicht immer. Es gab Angriffe, aber die sind an mir abgeprallt wie Ping-Pong-Bälle. Mir hilft die Erkenntnis, dass ich Dinge, für die ich nicht verantwortlich bin, auch nicht an mich heranlassen muss. Was ist das Wichtigste, was ein Bürgermeister/in können muss? Pönnighaus: Sie/er muss Integrationsfigur sein, muss auf Menschen zugehen und zuhören können. Toll wäre es, wenn dann noch die Eigenschaft hinzu käme, andere Menschen motivieren zu können. Sie können das? Pönnighaus: Das wird sich zeigen. Ich habe es zumindest vor. Beschreiben Sie Ihren Führungsstil. Pönnighaus: Ich versuche die Menschen in meinem Umfeld mitzunehmen, mit einzubinden. Wenn ich eine Problemlösung als richtig erkannt habe, vertrete ich die auch. Aber ich bin auch ein Mensch, der offen diskutiert und mit einer Kompromisslösung leben kann. Was ist Ihr wichtigstes Ziel? Pönnighaus: Das Wir-Gefühl in der Stadt stärken. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Dann werden auch Dinge möglich, die sonst nur sehr schwer erreichbar sind. Woran mangelt es in Traben-Trarbach? Pönnighaus: Ich möchte jetzt nicht als Besserwisser dastehen. Es wäre vermessen, jetzt eine detaillierte Mängelliste auszubreiten. Die Mängel, die vorhanden sind, müssen mit Besonnenheit angegangen und beseitigt werden. Wie ist Ihre Vorgehensweise mit Blick auf die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat? Pönnighaus: Der neue Stadtrat muss sich erst einmal konstituieren. Dann werde ich offen auf alle Fraktionen zugehen. Im Übrigen belege ich in Kürze noch einige Seminare, zum Beispiel in Sachen Baurecht, Stadtmarketing und Haushaltswesen. Wie stehen Sie zu einer möglichen Neuwahl des Stadtrates? Pönnighaus: In der Aufsichtsbehörde gibt es Fachleute, die darüber entscheiden. Es gibt klare Regeln, diesen haben wir uns anzuschließen. Die Fragen stellte TV-Redakteur Winfried Simon