Die Milch muss durchs Labor
Die Grüne Woche Rheinland- Pfalz hat im Landeskontrollverband (LKV) in Thalfang Station gemacht. Dort überzeugten sich Vertreter des Wirtschaftsministeriums über das Labor, das jährlich rund elf Millionen Untersuchungsergebnisse liefert.
Thalfang. (doth) "Milch ist neben Trinkwasser das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt", sagt der Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes (LKV), Dr. Wolfgang Fasen. Die neueste Messtechnik wurde im Rahmen der Grünen Woche der Landesregierung bei einem Besuch von Peter Fuchß und Johannes Noll vom Wirtschaftsministerium im LKV-Labor Thalfang vorgeführt. Dabei wurde deutlich, mit welchem Aufwand die Qualität von Milch sichergestellt wird. "Mittels Infrarottechnik können seit Ende vergangenen Jahres viele zusätzliche Parameter wie das Fettsäurespektrum, freie Fettsäuren und Aceton zur Verfügung gestellt werden", erklärt Laborleiter Otmar Hoffmann. Das LKV-Labor ist zwischen Milchbauern und Molkereien geschaltet. Die Proben kommen direkt von der Kuh und aus Kühlbehältern. Knapp elf Millionen Untersuchungsergebnisse kommen pro Jahr für Rheinland-Pfalz und das Saarland zusammen. In die neueste Technik wurde rund eine Million Euro investiert. "Damit ist unser Labor das modernste Deutschlands", sagt Geschäftsführer Fasen. Fuchß war beeindruckt.
Er übte Kritik an den derzeitigen Marktpreisen für Milch: "Das ist ein Hohn und eine Beleidigung für alle in der Milchwirtschaft Tätigen." Die Landespolitik versuche, durch gezielte Förderung und Beratung sowie imagebildende Aktionen den Milchbauern eine Perspektive zu geben. Landtagsmitglied Bettina Brück sagte, es sei wichtig durch Öffentlichkeitsarbeit, "den Wert von Lebensmitteln darzustellen". VG-Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo hob die hohe Verantwortung des Labors hervor.
Die Milchbauern kostet diese Qualitätssicherung 17,40 Euro im Monat - aufgrund der angespannten Lage auf dem Milchmarkt zieht der LKV diesen Betrag für einen Monat jedoch nicht ein.