Die Moselgemeinde Trittenheim ist wieder zu Hause

Die Moselgemeinde Trittenheim ist wieder zu Hause

Zahlreiche Politiker aus der Verbandsgemeinde Schweich und dem Kreis Trier-Saarburg waren unter den 200 Besuchern des Trittenheimer Neujahrsempfangs. Die traditionelle Weinversteigerung brachte 3000 Euro für den ausrichtenden Männergesangverein.

Trittenheim. Der Neujahrsempfang der Gemeinde Trittenheim stand dieses Jahr im Zeichen der Kommunalreform. Seit 1. Januar gehört das 1100 Einwohner zählende Dorf zur Verbandsgemeinde Schweich und zum Landkreis Trier-Saarburg. Dementsprechend besuchten 60 politische Würdenträger aus der VG Schweich den Neujahrsempfang im mit 200 Gästen voll besetzten Pfarrheim, um die Trittenheimer in ihrer neuen Heimat willkommen zu heißen.
Bei den Wortbeiträgen wurde deutlich, dass die Freude über die Fusion mit Schweich die Wehmut über den Abschied von Neumagen-Dhron überwiegt. Am eindeutigsten formulierte dies der Trittenheimer Bernhard Schmitt, der auch die traditionelle Weinversteigerung zugunsten des ausrichtenden Männergesangvereins Schweich moderierte: "Trattem is hääm komm", sagte der wortgewaltige Sitzungspräsident des Karnevalvereins Trattemer Kaodern. Das Ergebnis bei der Bürgerbefragung zur Kommunalreform dokumentiere mit 80 Prozent Wahlbeteiligung und 90 Prozent Stimmen pro Schweich eindeutig, "wo wir zu Hause sind", sagte Schmitt.
Bei der traditionellen Weinversteigerung konnte Schmitt für 120 Flaschen Wein, die von Trittenheimer Winzern gespendet wurden, 3000 Euro erzielen. Der Erlös kommt dem Männergesangverein zugute.
Bürgermeister Franz-Josef Bollig fasste nochmals die Ereignisse des vergangenen Jahres zusammen und freute sich über die gelungene Fusion mit Schweich. "Trittenheim wird dort nicht als Zubrot angesehen", sagte er. Das dokumentiere auch das neue Unterkunftsverzeichnis der VG Schweich, bei dem Trittenheim in diesem Jahr auf dem Titelbild vertreten ist.
Die große kommende Aufgabe sei der Ausbau der Ortsdurchfahrt B 53. "Wenn alles gut läuft, beginnen Ende des Jahres die Bauarbeiten", sagte er. Landrat Günther Schartz wies auf die finanziell und wirtschaftlich gesunde Situation Trittenheims hin ("Da stimmt alles") und sparte nicht mit Kritik an der nach seiner Ansicht verkorksten Kommunalreform. Dem schloss sich Christiane Horsch an, die als VG-Bürgermeisterin a. D. von Neumagen-Dhron und VG-Bürgermeisterin in spe von Schweich den Trittenheimern erhalten bleibt. Trittenheim sei die einzige Gemeinde, die bei der Kommunalreform den Landkreis wechselt, und bleibe die einzige, "wenn das Land nicht ernst macht und auch die Landkreise anpackt", sagte sie. Sie dankte den Schweichern für ihre Bereitschaft, Trittenheim in ihre VG aufzunehmen. Der nur noch wenige Tage amtierende Schweicher Bürgermeister Berthold Biwer hatte mit seinem Abschlusswort die Lacher auf seiner Seite: "Es gibt viel zu tun, fangt schon mal an."

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