Die Mütze ist in greifbarer Nähe

Die Mütze ist in greifbarer Nähe

KLAUSEN. (cls) Oliver Wagner hat geschafft, wovon viele Küchenchefs träumen. Das Klausener Restaurant "silsch" (früher "Eberhards Klause") wurde in die aktuelle Ausgabe des Gault Millau aufgenommen. Neben Wagners Lokal sind weitere vier Restaurants aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich im Gourmetführer vertreten.

Mit zwölf von zwanzig Punkten wurde neben dem "silsch" der "Alte Gasthof Faust" im Hotel Landhaus Arnoth in Kleinich sowie das "Clauss-Feist" im Traben-Trarbacher Hotel Bellevue bedacht. Damit verpassten diese drei Restaurants zwar die Gault-Millau-Auszeichnung "eine Kochmütze" um einen Punkt, gelten aber trotzdem als "ambitionierte Küche". 14 Punkte zeichnen das "Moselschild" in Ürzig aus, die nur noch von der Benotung (19) des Waldhotels Sonnora in Dreis übertroffen werden. Diese Höchstnote tragen lediglich acht Häuser in Deutschland. Oliver Wagner hat die Klausener Gaststätte vor rund anderthalb Jahren übernommen. Nach einigen Stationen in teilweise ebenfalls preisgekrönten Restaurants wagte er diesen Schritt in die Selbständigkeit. Während er tagsüber den Wünschen der Wallfahrer Rechnung trägt und eher gutbürgerliche Küche anbietet, sind die Gerichte am Abend eindeutig auf gehobenere Ansprüche ausgerichtet. Vor kurzem hat der 25-jährige Küchenchef sein Haus von Eberhards Klause in silsch umbenannt. Diesen Namen hat er ebenso selbst kreiert wie seine Gerichte: Es sind die ersten Buchstaben von silber und schwarz, eine Anspielung auf den verspielten silbernen Schriftzug auf seiner Koch-untypischen schwarzen Berufsbekleidung. Charakteristisch für eine Restaurant-Bewertung im Gault Millau sind kritische Töne, mit denen auch bei der Bewertung des "silsch" nicht gespart wird. Es sind nur ein oder zwei Mitarbeiter, die ihn in seinem feinen Lokal unterstützen, zum Prüfungszeitpunkt war er sogar allein, daher manch kritische Anmerkung. Die übrigen Kritikpunkte im Kommentar des Restaurantführers fordern seinen kulinarischen Ehrgeiz eher heraus. Die Weinkarte will er ausbauen, die Auswahl an Speisen und Getränken versucht er noch stärker regional auszurichten. "Nächstes Jahr will ich besser werden", lautet seine Kampfansage an den Gourmetkritiker. Das würde dann bedeuten: eine Kochmütze im Gault Millau.

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