Die Narren und der Mond: Warum ist Fastnacht in diesem Jahr so früh?

Die Narren und der Mond: Warum ist Fastnacht in diesem Jahr so früh?

Kaum ist der Christbaum aus dem Wohnzimmer geräumt und zum Schredderplatz transportiert, stehen schon die Narren in der Bütt, und tanzen die Funken über die Bühne. Die Narren müssen sich in diesem Jahr sputen, denn Fastnacht ist außerordentlich früh. Wir haben Karnevalisten gefragt, warum das eigentlich so ist.

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei", sang einst der legendäre Kölner Karnevalist Jupp Schmitz. Im Jahr 2013 ist am 13. Februar schon alles vorbei. Aber warum schon so früh ? Am besten sollten das die Profis wissen, die Büttenredner und Sitzungspräsidenten. Wir haben einige gefragt, und die Antworten fielen - wen wundert's - zumeist spaßig aus. Günnes Eller, Vorsitzender der Wittlicher Narrenzunft Rot-Weiß: "Damit nach den ruhigen Tagen endlich wieder Leben in die Stadt kommt." Und er fügt noch ein Gedicht auf Wittlicher Platt an: "Gaanz ruhisch äs de Zeit um Weihnachten rum. Weilen äs et genooch, sein net mie stumm. Än freh Foosennoochdt äs goad, un dat stimmt, damet endlisch wieda Läwen, än de Staadt rän kimmt!"
Stefan Bockelmann, Vorsitzender des KVTT Traben-Trarbach: "Da hatte sicher der ein oder andere Traben-Trarbacher seine Finger im Spiel, damit endlich ein Hauch von Frohsinn durch die Stadt weht."
Hans-Werner Engel, Präsident der Thalfanger Spetzbouwe: "Jokus, der Gott der Narren, hat nach dem 12. Februar sicherlich noch andere Termine. Deshalb hat er den Termin so früh gelegt."
Frank Retzler, Präsident der Morbacher Dilldappen:"Am 21. Dezember ist die Welt nicht untergegangen. Darum ist in diesem Jahr Fastnacht eben früher und noch schöner."
Johannes Klar, Vorsitzender der Aspel-Mesche, Kinderbeuern: "Wegen der Piraten, die sind nämlich mondsüchtig. Außerdem: Im Januar war bislang das Wetter so schlecht. Deshalb muss sich die Stimmung bald aufhellen." Petra Wallscheid, Vorsitzende der Maanischder Schauten: "Damit der Christbaum noch ein paar Luftschlangen zu sehen bekommt." Der Mond: Und wie ist es denn nun tatsächlich? Nach was, nach wem, richtet sich der Termin für Fastnacht ? Entscheidend ist, wann Ostern gefeiert wird. Das Osterfest ist immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn. Das wurde im Jahr 325 beim ersten Konzil, einberufen vom römischen Kaiser Konstantin I., entschieden. Der frühestmögliche Termin ist somit der 22. März und der späteste der 25. April. Der Aschermittwoch ist stets der siebte Mittwoch vor Ostern, also der Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag. In diesem Jahr ist das der 13. Februar. Der allerfrüheste Aschermittwochstermin wäre der 4. Februar. Das kam zuletzt im Jahr 1818 vor und fällt erst wieder im Jahr 2285 auf dieses Datum.

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