Die Natur spielend erfahren
Beim Dhronecker Burgfest, das vom Mittelaltermarkt umrahmt wird, gab es in diesem Jahr einen besonderen Programmpunkt: Der Naturerlebnis-Spielplatz wurde am Wochenende eingeweiht.
Dhronecken. Ein wenig später als sonst, dafür aber umso stimmungsvoller, ist das Burgfest in Dhronecken durchgestartet. Neben Musik, Tanz und Theater zog ein Mittelaltermarkt rund um die Burg zahlreiche Besucher an. Außerdem konnten die Gäste den nun eingeweihten Naturerlebnis-Spielplatz mit der erwachsenentauglichen Hängebrücke erkunden. Die Kinder reizte vor allem die Matschecke sowie die lange Steinrutsche, die es auch Staatssekretärin Jacqueline Kraege angetan hatte.
Projekt stand auf der Kippe
Die Vertreterin aus Mainz lobte das "tolle Projekt", das Kinder einlade, Natur elementar zu erleben. Der Platz sei vorbildlich gelungen und füge sich wunderbar in die Anlage ein. Ortsbürgermeister Detlef Jochem, als Dhroneckens Wehrführer auch in die Fest-Organisation mit eingebunden, gesteht allerdings ein, dass es auch anders hätte ausgehen können: "Es gab auch Zeiten, da waren wir drauf und dran, aufzugeben." Nach einer Zuschuss-Aufstockung - das Land hat 40 000 Euro beigesteuert - ging es dann doch weiter.
Laut Michael Suska vom Hunsrückverein, der mit der Wehr an einem Strang zieht, wäre das Projekt sonst nicht zu schultern gewesen. Immerhin seien "vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung fast acht Jahre vergangen". Mal habe es an der Förderung gehakt, mal an zu hohen Kosten oder an Behörden, die denkmalpflegerische Bedenken geäußert hatten. Dank gebühre neben dem Land auch dem Forstamt Dhronecken, das das Vorhaben aktiv unterstützt habe, sowie zahlreichen Spendern - darunter die Interessengemeinschaft Weihnachtsmarkt.
Für Landrätin Beate Läsch-Weber ist der Erlebnis-Spielplatz ebenso etwas Besonderes wie für die Dhronecker, die damit ihr Ortserbe aufwerteten. Landtagsabgeordnete Bettina Brück wünschte dem Platz daher auch als außerschulischem Lernort viel Betrieb. Für den ersten Verbandsgemeinde-Beigeordneten Christoph Knippel ist das heute mehr denn je wünschenswert. Kinder sollten nicht nur SMS schreiben und chatten, sondern auch die Natur hautnah erleben können.
Anschließend erkundeten die Festgäste selbst das Gelände sowie den Mittelaltermarkt. Dieser wartete auf mit Handwerkern wie dem Drechsler Johann Jungclaus, der Besuchern wie den Trittenheimern Heike und Ernst Clüsserath sein Können zeigte. Andere gravierten hölzerne Schwerter, schnitzten Bogen, schwangen den Schmiedehammer oder informierten über Falken und Uhus. Olaf und Dorothee Meier sind froh, sich samt Nachwuchs für einen Besuch des Burgfestes entschieden zu haben. "Es ist ein überschaubarer und ruhiger Markt - aber ein schöner", lobte der Schillinger. Gattin Dorothee interessierte es zu sehen, wie im Mittelalter gearbeitet wurde und welche Kleidung die Leute trugen. Überrascht war sie aber auch von der Größe der Burganlage und davon, zu sehen, "was man so in der eigenen Heimat entdecken kann."