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Die neue Kirche ist noch nicht zu sehen

Die neue Kirche ist noch nicht zu sehen

Die Ansichtskarte, die Motive aus Hinzerath zeigt, ist vor 60 Jahren gedruckt worden. Neben einer Ortsansicht zeigt sie das Bahnhofsgebäude sowie das 1960 abgebrannte Gasthaus Lehnert.

Hinzerath. (cst) Diese Postkarte von Hinzerath ist typisch für viele Postkarten, die vor 60 Jahren gedruckt wurden. Eine Totalansicht des Ortes, ein Foto eines ortsbildprägenden Gebäudes, wie hier der Hinzerather Bahnhof, sowie ein Bild eines Geschäftshauses, wie hier das ehemalige Gasthaus und die Handlung Johann Lehnert, waren auf vielen Ansichtskarten abgedruckt.

Vermutlich waren es die kleinen Lebensmittelgeschäfte in den Gemeinden, die die Karten in Auftrag gaben und dann verkauften.

Das Alter der Ansichtskarte ist unbekannt. Jedoch muss sie vor 1957 entstanden sein, denn in diesem Jahr wurde die neue Hinzerather Kirche gebaut. Auf dem Bild ist lediglich die alte Kirche zu erkennen.

In der Mitte des Bildes ist noch das ehemalige zweistöckige Hinzerather Schulhaus zu sehen, das Anfang der 70er Jahre abgerissen wurde. Unten verläuft die Straße, die nach rechts in Richtung Baldenau führt.

Gasthaus fiel vor 50 Jahren einem Brand zum Opfer



Das Bahnhofsgebäude ist heute in privater Hand. Das Haus, in dem das Gasthaus Lehnert nebst einem kleinen Dorfladen untergebracht war, existiert nicht mehr. Es fiel vor 50 Jahren einem Brand zum Opfer. Auch ein rechts der Handlung stehendes Gebäude, das "Haus Bungert", wurde ein Raub der Flammen. Die Häuser standen in der heutigen Belginumstraße, etwas unterhalb der Einmündung "Zur Krummfuhr", die zum Gemeindehaus führt.

Eine Hinzeratherin, die ungenannt bleiben will, erinnert sich bei der Abbildung des Gasthauses an eine Anekdote ihres inzwischen verstorbenen Mannes aus dessen Jugendzeit. Am Vorabend des 1. Mai, der Hexennacht, band er zusammen mit einem Freund bei einem Landwirt nebenan zwei Pferde los und versteckte sie in der Scheune, die zum Gasthaus gehörte. Anstelle der Pferde ketteten die beiden Lausbuben zwei Holzböcke an. Wobei der Bauer dies seinerzeit wohl überhaupt nicht lustig fand. "Da homma se kreijt", hat der erwachsene Mann seiner Frau später oft erzählt.