Die neuen Zuckerpfeifen sind da

Die traditionellen Zuckerpfeifen gibt es nicht mehr in Klausen (der TV berichtete). Doch seit drei Wochen sind nun sozusagen die Nachfolgemodelle im Verkauf. Die Reaktionen der Kunden sind unterschiedlich. Die Gemeinde hat nach Rücksprache mit den Pächterinnen der "Buden" Abstand vom Kauf der Zuckerpfeifenmaschinen genommen.

Klausen. "Gut schmecken sie, die neuen Zuckerpfeifen, nach Erdbeer und ein bisschen säuerlich", findet Nantje Kranz aus Haag. Ihre Mutter hat ihr und ihrer Schwester gerade eine Tüte davon gekauft.

Pro Jahr wurden an den Buden im Wallfahrtsort Klausen mehrere Tausend der einfachen Zuckerpfeifen verkauft. Sie waren viele Jahre das Mitbringsel aus Klausen. Und für viele Kunden ist mit der Süßigkeit eine Erinnerung an die Jugend verbunden. "Wer von Klausen kommt und keine Zuckerpfeifen hat, dem glaubt man nicht, dass er dort gewesen ist", so hieß es über Jahrzehnte.

"Melody Pops" pfeifen in mehreren Tonlagen



Dann kam das Aus: Die "Flötenlollys", wie die ursprünglichen Zuckerpfeifen auch hießen, werden nicht mehr hergestellt (der TV berichtete). Die Firma im Schwarzwald, die die Süßigkeit herstellte, hat die Produktion eingestellt.

Der Zwischenhändler aus Ehrang hat daraufhin nach Ersatz gesucht und ist fündig geworden. In einer deutlich moderneren Aufmachung kommen die "Melody Pops", so der offizielle Name der neuen Zuckerpfeifen, daher. Die Farben kann man sich jetzt nicht mehr aussuchen. Es gibt sie nur in Rot, aber dafür kann man jetzt in verschiedenen Tonlagen pfeifen. Die neuen Lutscher werden von einer weltweit vertretenen Firma hergestellt, so dass es sie nicht nur exklusiv in Klausen gibt.

Das findet Bürgermeister Alois Meyer schade: "Es wäre natürlich schön, wenn die Lutscher für Klausen eine eigene Verpackung bekommen könnten, aber ob eine Weltfirma da mit sich reden lässt, ist fraglich."

Die Pächterinnen der beiden Buden vor der Kirche, an denen die Zuckerpfeifen hauptsächlich verkauft werden, hatten Bedenken, ob die neuen Zuckerpfeifen von den Kunden akzeptiert würden. Denn die sind mehr als doppelt so teuer wie ihre Vorgänger: 50 Cent statt vorher 20 Cent kostet das Stück. Nun atmen sie auf, denn die meisten probieren die neuen Pfeifen zumindest.

"Viele Kunden fragen nach den alten Zuckerpfeifen und sind den neuen gegenüber skeptisch. Aber insgesamt kommen sie gut an", sagt Marga Mandernach. Unterschiedliche Reaktionen hat auch Pächterin Maria Justen festgestellt. "Eine Frau meinte, es sei gut, dass es neue gibt. Die alten hatten wir lange genug. Aber es gibt auch Kunden, die die Melody Pops ablehnen und nicht kaufen." Dennoch hat sie ein gutes Gefühl: "Ich glaube, die setzen sich durch."

Ortsbürgermeister Alois Meyer schließt sich dem an. "Wir haben davon Abstand genommen, die Maschine zu kaufen, um die Flötenlollys selbst herzustellen. Die neuen Lutscher sind gut, und auch die Budenfrauen meinen, dass ein Maschinenkauf nicht nötig ist."

Einen kleinen Restbestand an leicht beschädigten, alten Pfeifen hat Marga Mandernach noch: "Einige, die zum Beispiel am Mundstück verklebt sind und deshalb nicht mehr pfeifen, habe ich aussortiert. Wenn jemand allzu traurig ist, schenke ich ihm noch eine davon."