Die Neugestaltung des Hunsrückhauses lässt auf sich warten

Nationalpark : Die Neugestaltung des Hunsrückhauses lässt auf sich warten

Vor einem Jahr hat der Trierische Volksfreund über den schlechten Zustand der Freizeitanlagen am Hunsrückhaus berichtet. In der Zwischenzeit hat sich wenig getan. Woran liegt’s? Das sagen die Verantwortlichen.

Das Hunsrückhaus ist längst zu einer wichtigen Adresse für Besucher des Nationaldparks Hunsrück-Hochwald geworden. Dort beginnen die Ranger-Touren. Dort wird in der 500 000 Euro teuren Ausstellung im Hunsrückhaus unter dem Motto „Willkommen im Urwald von morgen“ informiert über die Bedeutung von Wald, von Moore und anderen Landschaften im vier Jahre alten Schutzgebiet.

Aber nach einer attraktiven Visitenkarte für das Schutzgebiet sieht das Areal am Fuße des höchsten Berges von Rheinland-Pfalz nicht aus. Wer am Parkplatz aus seinem Auto aussteigt, sieht zwar das Hunsrückhaus, dass de facto laut dem Mainzer Umweltministerium inzwischen als Nationalparktor fungiert. Die Besucher sehen den gut besuchten Highlive-Klettergarten und Pisten, auf denen im Winter Skifreunde ihrem Hobby frönen.

Von der Sommerrodelbahn, die bis im vergangenen Jahr im Sommer Gäste anzog, ist nichts zu sehen. Die Betreiberin kann die Anlage aus Altersgründen nicht mehr betreiben und sucht einen Käufer (der TV berichtete). Einen Interessenten gibt es offenbar.

Foto: Ilse Rosenschild. Foto: Ilse Rosenschild

Ins Auge fällt allerdings auch die seit Jahren geschlossene Waldgaststätte, die schon ziemlich marode geworden ist. Ebenso überdimensionale Schilder, die auf einen Mountainbike-Parcours „under construction“ hinweisen. Relikte eines Spielplatzes, auf dem sich nur noch eine Schaukel und eine Rutsche befinden. Weitere Hinweisschilder sind unleserlich oder überholt – etwa das auf das Haus Hochwald in Horath, das seit Oktober 2017 geschlossen ist.

Am  Sinnesgarten sind viele Stationen abgebaut. Von einem so genannten Dendrophon ist beispielsweise an seinem ursprünglichen Platz nichts mehr zu sehen. Seine Überreste lehnen an der Außenwand des ehemaligen Ausflugslokals. Das hat der Trierische Volksfreund im Übrigen bereits am 10. August vergangenen Jahres geschrieben. Der Titel des Textes lautete: „Am Hunsrückhaus liegt einiges im Argen.“ Verändert hat sich daran seitdem kaum etwas.

Foto: Ilse Rosenschild. Foto: Ilse Rosenschild

Marc Hüllenkremer, der damalige Vorsteher des Zweckverbandes Wintersport, Natur- und Umweltbildungsstätte und ehemalige Verbandsgemeinde-Bürgermeister von Thalfang, hatte vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass das Land Rheinland-Pfalz ein eigenes Konzept im Zusammenhang mit der Einrichtung des Nationalparktores umsetzen wolle. Das Konzept liege vor und solle im kommenden Jahr – das heißt im Jahr 2019 – umgesetzt werden. Zu sehen ist davon nichts.

Zur Erklärung: Das Land verhandelt derzeit mit dem Zweckverband Umwelt-, Natur- und Umweltbildungsstätte über die Übernahme von Hunsrückhaus als Nationalparktor und dem umliegenden Areal. Denn die Gesamtfläche am Erbeskopf befindet sich zwar im Eigentum des Landes, aber einen Großteil des Areals hat der Zweckverband in einem Gestattungsvertrag  vom Land gepachtet. Der Verband seinerseits hat weitere Teilflächen an Privatpächter unterverpachtet. Das gilt vor allem für die Sommerrodelbahn, den Trailpark und den Hochseilgarten.

Foto: Ilse Rosenschild. Foto: Ilse Rosenschild

Mit am Verhandlungstisch sitzt auch das Nationalparkamt. Der Trierische Volksfreund hat die Beteiligten gefragt, warum es nicht vorangeht.

Das sagt das Nationalparkamt Die Verhandlungen über die Übernahme des Hunsrückhauses seien „finalisiert, und es soll in Kürze einen Notartermin geben“, sagt der Leiter Harald Egidi. Dann könne das  Nationalparkamt mit den Beteiligten vor Ort ein Quartierskonzept entwickeln und mit den Maßnahmen beginnen.

Das sagt das Umweltministerium in Mainz Voraussetzungen für die weiteren Planungen am Außengelände des Hunsrückhauses sei die Eigentumsübertragung, sagt die Sprecherin Josephine Keller. Das heißt: Das Land will das künftige Nationalparktor übernehmen. Es gebe einen Konzept-Entwurf zur Gestaltung des Außengeländes. Mit der Umsetzungsplanung werde nach der Eigentumsübertragung des Hunsrückhauses und Teilen des Außenareals noch in diesem Jahr begonnen. Zudem werde das Nationalparkamt mit einem Standortkonzept für die Gestaltung des Außengeländes beauftragt.

An dieser Station sollen Gäste fühlen, was sich in diesen Hohlräumen befindet. Doch am Inhalt fehlt’s. Foto: Ilse Rosenschild

Die Gespräche zwischen Land, Nationalparkamt und dem Zweckverband seien laut Ministerium „weit fortgeschritten“. Konkret bedeutet das, dass sich Land und Zweckverband grundsätzlich einig seien. Die Verträge befänden sich sich derzeit noch in der Abstimmung. In Mainz geht man davon aus, dass diese im Herbst unterzeichnet werden können. In die vertragliche Regelung seien auch der Sinnesgarten und der Spielplatz eingebunden.

„Im Nachgang zur Übergabe des Hauses an Landesforsten erhält das Nationalparkamt auch den Zugriff auf das Außengelände. Hier gibt es einen Entwurf zur Gestaltung der Außenausstellung, die die Innenausstellung im Hunsrückhaus ergänzen soll“, heißt es weiter aus Mainz.

Ein entsprechender Förderantrag sei bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gestellt worden. Man rechnet mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 250 000 Euro. Die Außenausstellung solle eingebettet werden in eine Gesamtplanung für den Standort. In diesem Rahmen solle dann auch der Spielplatzbereich neu gestaltet werden.

Das sagt der Zweckverband Erbeskopf Das Hunsrückhaus am Erbeskopf wird laut Andreas Hacke­thal, stellvertretender Vorsteher des zuständigen Zweckverbandes  erst „zu einem Nationalparktor durch das Land Rheinland-Pfalz ausgebaut“. Eine wichtiges Projekt in diesem Zusammenhang sei  die Ausstellung, die Ende vergangenen Jahres eröffnet wurde. Dazu gehöre weiterhin die „erlebnispädagogische Neugestaltung des Außenbereichs um das Hunsrückhaus unterhalb der Mittelsschneise – ebenfalls durch das Land Rheinland-Pfalz. Mit der Umsetzung dieser Pläne im Außenbereich solle nach dem Kenntnisstand Hackethals in diesem Jahr begonnen werden.

Und das sagt die Fachfrau vor Ort Im  vergangenen Jahr hatte es viel Kritik über den Zustand rund um den Erbeskopf gegeben. Was ist daraus geworden?  Was die Kritik am Zustand des Areals betrifftbetrifft, sei es ruhig geworden, sagt Birthe Feil, Counterleiterin im Hunsrückhaus.

Sie höre derzeit lediglich Worte des Bedauerns, weil die Sommerrodelbahn geschlossen ist. In diesen Fällen verweise sie auf andere Angebote in der Region.